Bands und ihre Mitglieder entwickeln sich immer weiter. Das ist unumgänglich. Traurig wird es, sobald sich diese Entwicklung in eine Richtung bewegt, die eine Existenz der Band in der bisherigen Form unmöglich macht.

Bereits Anfang März gab es erste Zeichen dafür, dass bei Jupiter Jones nicht alles rosig läuft. Sänger Nicholas Müller litt so sehr unter Angststörungen, dass die Frühjahrs-Tour abgesagt werden musste. Damals ging man noch davon aus, dass die Band – sollte die Therapie erfolgreich verlaufen – ab Juni wieder auf den Festivalbühnen der Republik stehen würde.
Heute, knapp zweieinhalb Monate später, ist klar: die Auftritte werden stattfinden. Allerdings ohne Nicholas.
Schon damals zogen Jupiter Jones es vor, die Dinge beim Namen zu nennen und heute ist es nicht anders: In einer ausführlichen Stellungnahme erklären sie ihren Fans, was in der letzten Zeit innerhalb der Band passiert ist.

Quintessenz des Ganzen: Nicholas ist weder bereit noch in der Lage dazu, weiterhin Teil der Band zu sein.

Gerade weil die Band „seit 2002 Lebensinhalt und -aufgabe“ ist, merkt man, dass das Ganze ein großer Schock für die restlichen Bandmitglieder war. Dennoch bezeichnen sie die Trennung als eine Art „Befreiungsschlag“, da eine solche Erkrankung nicht bloß für den Betroffenen schlimm sei. Vielmehr leidet das gesamte Umfeld darunter.

Trotz allem hat sich die Band dazu entschieden, Jupiter Jones nicht aufzulösen, da eine neue Band „genauso klingen würde wie die alte“. Alle geplanten Auftritte in diesem Sommer werden demnach von Seiten der restlichen Band stattfinden.

 

Die komplette Stellungnahme:

„Alles auf Anfang, die Welt ist wieder Scheibe“

Irgendwann im Sommer 2002 spät nachts in der tiefsten Eifel. Vor einem alten Kassettenrekorder, der „Das ist nicht die ganze Wahrheit“ von den Ärzten rauf und runter spielt, beschließen Nicholas und Sascha eine neue Band zu gründen…

Es gibt keinen guten Weg zu beschreiben, was wir nun zu sagen haben – deswegen tun wir es direkt vorneweg: Nicholas hat sich dazu entschlossen die Band zu verlassen.

Es gibt auch keinen guten Weg wirklich zu beschreiben, was in den letzten Jahren passiert ist. Ihr habt sicherlich von der Tourabsage gelesen, die mit Nicholas’ Erkrankung zusammenhängt. Für die große Anteilnahme und das Verständnis sei hier auch noch einmal ausdrücklich gedankt!
Daraufhin haben wir uns alle erst einmal zurückgezogen. Nicholas hat sich um sich gekümmert und war wieder in Behandlung. Nach einigen Wochen haben wir uns erneut in Münster getroffen und haben ein sehr langes Gespräch mit ihm und seiner Therapeutin geführt. In diesem Gespräch hat sich herausgestellt, dass Nicholas im Grunde nicht mehr bereit ist, Teil dieser Band zu sein und es auch nicht mehr kann.

Das war für alle von uns erstmal ein großer Schock. Diese Band ist seit 2002 Lebensinhalt und -aufgabe. Die Nachricht hat uns mehr als den Boden unter den Füßen weggezogen.
Viele schlaflose Nächte nach diesem Treffen und tausend Gedanken zu den letzten Jahren haben dazu geführt, dass diese krasse Veränderung aber auch wie ein Befreiungsschlag gewirkt hat. Wir haben mit dem Thema Angst und Panik seit 2006 zu tun. Das ist in erster Linie für den Betroffenen schlimm, aber auch für das ganze Umfeld letztendlich enorm belastend. Und auch wenn wir uns es erst nicht eingestehen wollten, hat das dazu geführt, dass wir zu der Erkenntnis gekommen sind, dass dieser Weg wohl für beide Seiten der beste ist.

Nach reiflicher Überlegung war für uns klar diese Band als JUPITER JONES mit neuem Sänger weiterzuführen – auch mit der Zustimmung von Nicholas: „Ich wünsche den Jungs Alles Glück der Welt für alles, was jetzt noch kommen wird. Haltet ihnen die Treue, besucht die Konzerte, feiert was das Zeug hält und schreit ein ‚Auf das Leben‘ für mich mit.“

Diese Entscheidung ist schwer in Worte zu fassen, aber wir werden unser Bestmögliches tun es Euch zu erklären: eine Band wie wir sie verstehen, besteht aus vier Freunden, die zusammen Musik machen. Einen Großteil des Lebens zusammen verbringen. Viele schöne aber auch traurige
Emotionen zusammen erleben. Was zusammen an den Start bringen und was Großes daraus machen. Nichts anderes als Eure Gang oder Eure Clique, die Ihr so liebt und in der Ihr Euch wohl fühlt. Es geht um Familie, um Freundschaft. Und das bleibt, auch wenn einer die Gang verlässt.

In jeder Gang gibt es Menschen, die vorangehen. Die neue und erst einmal verrückte Ideen haben, die immer an vorderster Front kämpfen, die immer für alle Ansprechpartner sind. Genauso ist es in einer Band auch. Und diese Menschen sind noch da.

Genau wie eine Menge JUPITER JONES-Ideen und Pläne, die umgesetzt werden wollen. Wir haben Bock. Auf der Bühne zu stehen, im Studio zu sein, mit Euch auf Tour zu feiern. Wir wollen keine andere Band gründen, weil diese andere Band genauso klingen würde wie die alte Band. Und weil in dieser Band einfach unser ganzes Herzblut steckt!

Am Ende bleibt erst einmal nur zu sagen, dass wir Nicholas für die vielen Jahre und für all das Wichtige, das er in diese Band eingebracht hat, ein herzliches und ehrliches Dankeschön sagen und ihm alles Gute wünschen. Er wird sich in den nächsten Tagen auch mit ein paar persönlichen
Worten an Euch wenden.

Mehr zu unserer Zukunft mit neuem Sänger werden wir Euch sehr bald mitteilen können. Nur soviel: alle geplanten Auftritte werden von unserer Seite aus stattfinden.

Zunächst einmal ist das hier wichtig.

Wir zählen auf Euch und Euer Verständnis,
Eure Jupiters