Beim Glastonbury hat man bereits den zweiten Todesfall zu beklagen. Nachdem gestern eine 67jährige Frau eines natürlichen Todes verstarb, wurde heute morgen einem 26jährigen sein Drogenkonsum zum Verhängnis.

Der Mann, dessen Namen nicht genannt wurde, war gestern in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Dort stellten die Ärzte Ketamin-Konsum fest. Heute verstarb der 26jährige schliesslich, was die Polizei als „individuelle Reaktion“ auf die Droge interpretiert.

Sie geht davon aus, dass keine besonders tödliche Mischung Ketamins mit anderen Betäubungsmitteln auf dem Markt gehandelt wird.

Exkurs Ketamine

Ketamin wird seit den 1960er Jahren als Narkotikum in der Human- und Tiermedizin eingesetzt.
Von Menschen in 
niedrigen Dosen eingenommen stellen sich Halluzinationen ein – gleichzeitig ist die Wahrnehmung von Zeit und Raum verzerrt. Höhere Dosierungen können Nahtoderlebnisse auslösen.
Abgesehen von Psychosen droht Konsumenten in der Regel wenig Ungemach von Ketamin. Überdosierungen haben selten ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge. Allerdings wird Ketamin laut drugcom.de selten in Reinform zu sich genommen.  Der Mischkonsum mit Heroin oder Alkohol kann sich auf das Atemzentrum auswirken und lebensbedrohliche Situationen heraufbeschwören.

120000 Konsumenten im UK

In England sind Ketamine derzeit als Class-B-Droge klassifiziert. Geschätzt 120000 Menschen im Alter von 16 bis 59 Jahren konsumierten die Droge dort im letzten Jahr.

Vergleich

Zum Vergleich: Bei den Hurricane und Southside Festivals, die vergangene Woche über die Bühne gingen, waren keine Todesfälle zu beklagen.
Auch bei Rock am Ring und Rock im Park ist uns kein Vorfall dieser Art bekannt.