Es folgt der zweite Teil von Tanitas Rückblick auf das Southside 2014. Den Freitag hat sie bereits abgehandelt.

Samstag beginnt für mich erst so richtig mit Marcus Wiebusch in der White Stage. Vielen wird dieser vor allem als Frontmann der Hamburger Institution Kettcar geläufig sein, doch ist er seit April diesen Jahres mit seinem Solo-Debüt „Konfetti“ auf den allseits beliebten, zugleich ausgetretenen und auch gefährlichen Solopfaden dieser Welt unterwegs.
Als treues Grand-Hotel-van-Cleef-Fangirl hatte ich mich selbstverständlich bereits auf einem der ersten fünf Konzerte von Marcus Wiebusch und seiner Band im Mai von der Livequalität des Albums überzeugen wollen und mir blieb nichts anderes zu sagen, als: ‚Großartig!‘.
Auch an diesem Tag wieder mit eigener Bläser-Fraktion und tollerweise der halben GhvC-Familie im Gepäck (u.a. Tim Neuhaus (Tim Neuhaus And The Cabinet) an den Drums und Felix Weigt (Die Höchste Eisenbahn/Spaceman Spiff) am Bass), darf man Wiebusch in Höchstform und ungeahnt locker erleben – „Macht mir die Wasserpflanze!“. Mit Vergnügen! Das Publikum „bounct“ mit zu Songs wie „Springen“, „Jede Zeit hat ihre Pest“, „Das Böse besiegen“, „Was wir tun werden“, „Haters Gonna Hate“ und dem 7-minütigen Meisterwerk „Der Tag wird kommen“. Für Kettcar-Fans natürlich besonders toll, eine alternative Version von „Balkon gegenüber“.
Laut Marcus erst das sechste Konzert. Bitte bitte noch ganz viele mehr.

Weiter geht es mit Bombay Bicycle Club auf der Blue Stage, die entspannt wie immer, dank Frontmann und Sänger Jack Steadman, ihren Oxbridge-Streber-Charme mit fetten Bass-Riffs verbreiten.
Die Sonne geht langsam unter und die Menschenmenge wippt entspannt bis ekstatisch im Takt zu „Shuffle“, „How Can You Swallow So Much Sleep“, „Your Eyes“ & Co. Wieder einmal beweisen BBC mir persönlich, dass sie mehr als nur eine der Standard-Festivalbands sind, sondern die Wombats und Subways dieser Welt mit Leichtigkeit und Sophistication an die Wand spielen.

Nebenan buhlen Elbow im wahrsten Sinne des Wortes um die Gunst des Publikums. Man nenne mich zynisch, aber Sänger Guy Garvey ist trotz fantastischer Stimme mir persönlich zu sehr der nette „lad“ aus Manchester, der krampfhaft versucht das Publikum mit einzubeziehen. Auf Platte nett, aber live hatte ich mehr erwartet.

Selbstverständlich ist ein kurzer Besuch bei Thees Uhlmann & Band Pflicht! Der entspannteste Typ der Welt, von Kopf bis Fuß in Jeans gehüllt und bester Laune. Wie immer mit schräg-sympathischen oder sympathisch-schrägen Bühnenansagen („Nehmt doch mal die Sexpuppe runter!“) bewaffnet, feuert das „Tanzorchester Ungelenk“ ein beachtliches Set ab, von dem ich leider nur die erste Hälfte mitbekomme. Doch u.a. „Weiße Knöchel“, „Die Toten auf dem Rücksitz“, „Am 07. März“ und „Vom Delta bis zur Quelle“ wissen wie gewohnt zu beeindrucken. Mit einem meiner persönlichen Lieblinge „& Jay-Z singt uns ein Lied“ (frecherweise ohne Casper) muss ich mich leider bereits zur nächsten Bühne aufmachen, damit ich auch ja das Set von The Kooks nicht verpasse.

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