Splash 2014 – ein Selbstversuch.

von Sven Morgenstern und Lisa Koschate

Der erste Tag vom Splash! ist um und mittlerweile sitzen wir wieder auf dem Infield und warten auf den nächsten Schwung Bands.
Um eines vorweg zu nehmen: Weder ist das Splash! unser Stammfestival noch haben wir großartig Ahnung von den hier auftretenen Künstlern – natürlich mit ein paar Ausnahmen.
Vielmehr ist das ganze eine Art Selbstversuch für uns, Hiphop-Künstler, die wir auch schon auf anderen Festivals gesehen haben, tatsächlich mal vor den Menschen zu sehen, die diese Musik (hoffentlich) wirklich abfeiern und nicht nur den aktuellen Trends folgen. Es geht uns eher ums Beobachten als großartig abzufeiern.

Splash 2014 ; Foto: Lisa Koschate
Splash 2014 ; Foto: Lisa Koschate

Das erste Mal zog es uns zu Olson auf das Infield. Mit einer Mischung aus Casper und Cro (der Cro-Teil ist bei ihm allerdings besser als beim Original), überzeugt er sogar Sven – eine Seltenheit bei von mir vorgeschlagenen Künstlern.

Die Neugier auf den Rest des Geländes lässt mich Sven aber schon bald in Richtung der anderen Bühnen ziehen. Was auf dem Weg zur Relentless Samoa Stage auffällt: Der Jägermeister  Gasthof „Zum röhrenden Hirschen“ nervt mit seiner Lautstärke unheimlich. Und da ist er nicht der einzige Stand auf dem Festivalgelände. Es gibt vier Bühnen auf diesem Festival, ist es da wirklich nötig, die Besucher auch noch zwischendurch mit unfassbarer Lautstärke zu beschallen? Für den Campingplatz bestimmt eine nette Idee, auf dem Festivalgelände meiner Meinung nach eher fehlplatziert.

Der Künstler, der uns zur Seebühne zieht, ist eigentlich Afrob. Ja, genau der Afrob, der Anfang der 2000er Jahre omnipräsent auf den damals auch tatsächlichen Musik spielenden Musiksendern war. Doch schon 20 Minuten vor Beginn der Show platzt der Bereich vor der Bühne aus allen Nähten. Zu sehen ist daher quasi nichts, das Erreichen des Fotograbens schier eine Unmöglichkeit. Nach Afrob steht sein alter Busenkumpel Samy Deluxe auf der gleichen Bühne. Eigentlich handelte es sich um einen so genannten Secret Slot. Doch sowohl die offizielle Splash! App als auch Plakate auf dem gesamten Gelände verrieten schon vorher, dass er hier spielen sollte. Daher ging es für uns schnurstracks zurück in Richtung Hauptbühne. Dort sehen wir noch den Rest von Ab Soul. Der übernah kurzfristig den Slot von Earl Sweatshirt, der seine Show krankheitsbedingt absagen musste. Ab Soul ist ganz nett, aber nichts, was einen Außenstehenden wirklich vom Hocker haut.

Als Co-Headliner fungiert an diesem Abend M.I.A. Warum die Dame einen solch hohen Slot bekleiden darf, ist die größte Frage des Abends. Die ersten Songs klingen alle so ähnlich, dass selbst im Fotograben Verwirrung herrscht, als die Security die Fotografen freundlich, aber bestimmt herausbittet. Mit ihrem goldenen Glitzerkleidchen und dazupassendem Mantel sowie Haarreif, macht sie fast sämtlichen Discokugeln, die auf dem ganzen Gelände verteilt sind, Konkurrenz. Ansonsten hat die Dame nicht allzu viel zu bieten außer einem schlechten Schusswaffen-Sample, der an frühe Bushido-Werke erinnert (Ja, der Autor dieses Satzes hat eine duuuuunkle Vergangenheit.).

K.I.Z. auf dem Splash! 2014 ; Foto: Lisa Koschate
K.I.Z. auf dem Splash! 2014 ; Foto: Lisa Koschate

Nach M.I.A. dürfen an diesem Freitag K.I.Z die Hauptbühne als Headliner abschließen. Wer nicht rechtzeitig kommt, hat ernsthafte Probleme, einen Platz zu ergattern, von dem aus das Konzert ohne Einschränkungen zu verfolgen ist. Außerdem tragen die fehlenden Wellenbrecher ihren Teil dazu bei, dass die ersten Reihen schon vor dem Konzert nach Wasser verlangen und ein unschönes Gedränge vor der Bühne stattfindet. Über das Konzert selber gibt es nichts zu meckern.

Pyro, Wall of Death (auf einem Hiphop-Festival!), Beleidigungen – K.I.Z. wie man sie kennt, heute allerdings wirklich in Höchstform.

Abschließend zum Freitag ein Zitat eines Festivalbesuchers: „Splash – das ist auffallen durch Umfallen!“

Der Splash! Samstag ist schon in vollem Gange. Im Floor unter dem (Gott sei Dank!) klimatisierten Pressebereich battlen sich seit einiger Zeit einige Rapper unter dem Banner „Don’t Let The Label Label You“. Um 15:00 Uhr spielte Marteria bereits einen Secret Gig. Wir verabschieden uns für den Moment und stürzen uns nun wieder ins Getümmel um Eindrücke für euch zu sammeln.