Nach dem Urteil im Mai 2014 gegen den Ex-As I Lay Dying-Fronter Tim Lambesis, der wegen Anstiftung zum Mord zu 6 Jahren Haft verurteilt wurde, wagen die verbliebenen Mitglieder mit neuem Sänger Shane Blay einen Neuanfang: „Wovenwar“ heißt das, heute erschienene selbst betitelte Debütalbum der Männer aus San Diego. Eigentlich sollte As I Lay Dying in diesem Review gar nicht auftauchen, irgendwie kommt man aber halt doch nicht daran vorbei. 

Einige der Songs konnte man über die unterschiedlichsten Kanäle im Internet bereits vorab hören. Nun aber steht das 15 Titel umfassende Werk, der erst 2013 gegründeten Band, in den Läden. Da ich As I Lay Dying persönlich nie gehört habe, wird der Review auch keinerlei Vergleiche zwischen den beiden Bands enthalten. Was man jedoch ab der ersten Sekunde spürt: Da sind gestandene Musiker am Werk, die ihr Handwerk zu 100% verstehen.

Wovenwar: moderner Metal, der sich äußerst eingängig von den Boxen in Richtung der Gehörgänge bewegt. Kaum Shouts, keine Growls, dafür haufenweise feinste Clean-Vocals, vor allem im Mid-Tempo. Teilweise treiben die Männer aus San Diego es mit dieser Ausrichtung etwas zu weit, doch irgendwie regt es auch stetig dazu an, Kopf und Nacken im Takt auf und ab zu bewegen.

All Rise, Archers und besonders Profane sind sicherlich die Prunkpfeiler der Platte. Vielschichtigkeit. Eingängigkeit und die nötige Wucht vereinen sich hier hochgradig stimmig. Diese Qualität kann zwar nicht durchgängig gehalten werden, das bedeutet jedoch nicht, dass Wovenwars Debüt ein schlechtes ist. Im Gegenteil: Death to Rights, Ruined Ends, Sight of Shore und Matter of Time drücken kräftig gegen das Trommelfell. Doublebass-Einschübe, Gitarrensoli und ein hohes Maß an Eingängigkeit verbinden sich zu donnernden Songs.

Songs wie Tempest, Moving Up und Identity fehlen leider einige Ecken und Kanten. Ohne Zweifel sind sie sehr eingängig, allerdings an einigen Stellen leicht vorhersehbar. Beim ersten bis zehnten Durchlauf der Platte stört das nicht weiter. Die Frage, die sich stellt ist jedoch, ob die Songs mit der Zeit nicht eventuell Gefahr laufen, langweilig zu werden.

The Mason ist eine sehr melodische Nummer und bleibt augenblicklich im Gehörgang kleben. Einer von lediglich 3 Songs auf der Platte, der kurze Shout-Elemente enthält. Ein häufigerer Einsatz von Shouts hätte das Album mit Sicherheit abwechslungsreicher und noch ein Stück härter gemacht.

Die ruhigsten Stücke sind, abgesehen vom Intro (Foreward) und Outro (Onward): Father/Son und Prophets. Beide setzen zu Anfang auf ein akustisches Gitarrenspiel, welches eine gelungene Abwechslung darstellt. Kraft und Härte nehmen im Verlauf von Father/Son und Prophets zu und die beiden Songs verlieren im Verlauf zunehmend ihren balladesken Charakter.

Fazit

Wovenwar werfen mit ihrem Debüt eine kraftvolle Platte auf den Markt. Einige Ecken und Kanten mehr hätten dem Album sicherlich gut getan, trotzdem handelt es sich bei „Wovenwar“ um eine solide und sehr eingängige Scheibe, die sicherlich auch dem ein oder anderen As I Lay Dying-Anhänger gefallen wird.

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Live zu sehen sind Wovenwar in Deutschland im August an 3 Terminen. Im September, Oktober und November sind sie dann als Support von In Flames in Deutschland unterwegs.

Tourdaten Wovenwar 2014

16.08.2014 -SA- Elb-Riot
17.08.2014 -SO- X Rockfest
19.08.2014 -DI- Berlin – Lido
30.09.2014 -DI- Hamburg – Große Freiheit 36
24.10.2014 -FR- Frankfurt – Jahrhunderthalle
25.10.2014 -SA- Kempten – bigBOX Allgäu
26.10.2014 -SO- Leipzig – Haus Auensee
29.10.2014 -MI- Berlin – Columbiahalle
30.10.2014 -DO- Ludwigsburg – MHPArena
31.10.2014 -FR- Köln – Palladium
01.11.2014 -SA- Bochum – RuhrCongress