Ist es die letzte Episode in dem Kleinkrieg zwischen MLK und den „Grüne Hölle“-Mitveranstaltern Capricorn? Ein Kleinkrieg, der zeitweise schon ein wenig an Tom & Jerry oder ähnliche kindsgerechte Comics erinnert. Ein Kleinkrieg allerdings, bei dem eine nicht unerhebliche Summe an barem Geld auf dem Spiel stehen dürfte.

Das Oberlandesgericht Koblenz hat Recht gesprochen. Zumindest dürfte man das Urteil bei MLK in Frankfurt durchaus mit Erleichterung und einem Stück weit Genugtuung aufgenommen haben. Denn die Rechte zur Nutzung der Marke „Rock am Ring“ bleiben – wie erwartet – vorerst weiterhin bei der Marek Lieberberg Konzertagentur. Ob es das letzte Wort ist? Wer weiß das schon. Inwieweit weitere Rechtsmittel seitens Capricorn genutzt werden können, bleibt für uns rechtswissenschaftliche Laien unklar. Es kann also durchaus sein, dass der Rechtsstreit der Parteien in eine weitere Runde geht.

Rock-am-Ring-Gründer Marek Lieber zeigte sich angesichts des Urteils natürlich zufrieden:
[quote_box_center]Ich empfinde es als ein Stück Gerechtigkeit, das von mir erfundene Festival nunmehr unter seinem Namen an einem neuen Schauplatz weiterzuführen. Damit ist der Versuch einer Geschichtsklitterung zurückgewiesen worden![/quote_box_center]

Der Name ist viel wert!

Das Urteil dürfte in den Frankfurter Büros für deutlich entspanntere Stimmung gesorgt haben als in den letzten Wochen. Denn Fakt ist: Auch wenn einige Fans am Nürburgring verwurzelt sind und zur „Grünen Hölle“ abwandern, dürfte alleine der Name und die Marke „Rock am Ring“ für einen beachtlichen Ticketabsatz am neuen Standort sorgen. Andernfalls hätten sich die Beteiligten auch nicht auf ein solches juristisches Scharmützel eingelassen. Dass der Name Rock am Ring an einem neuen Standort – womöglich Mönchengladbach – nicht mehr viel Sinn ergeben würde, ist zweitrangig. Rock am Ring ist eine weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannte Marke mit enormer Zugkraft.

Die Standortfrage

Wo aber wird das Festival nun seine Zelte aufschlagen? Als Kandidat mit den besten Erfolgsaussichten gilt nach wie vor das verlassene Gelände der Joint Headquarters (JHQ) in Mönchengladbach. Doch noch immer sind dort einige Fragen ungeklärt, sodass bis zum heutigen Tage der Standort nicht offiziell verkündet wurde. So wirklich rosig läuft es also immer noch nicht für MLK. Immerhin: Eine Entscheidung über den neuen Austragungsort von Rock am Ring soll – ja, wir haben es vermisst – „in Kürze“ fallen.