Vor dem Wochenende konnte sich die Marek Lieberberg Konzertagentur als Sieger fühlen. Das Oberlandesgericht Koblenz kippte die einstweilige Verfügung der Nürburgring GmbH i.E. Sie hinderte Lieberbergs bislang daran ihr neues, mutmasslich in Mönchengladbach angesiedeltes Festival mit „Rock am Ring“ zu bewerben.

Diese Rechte liegen aktuell bei der Nürburgring GmbH i.E. und werden Anfang Januar auf den Ring-Käufer, die Autozulieferer Capricorn, übergehen. Zusammen mit DEAG Entertainment, Wizard Promotions und Kilimanjaro will eben dieses Capricorn parallel zu MLKs Zwillingen den Rock am Ring Nachfolger Grüne Hölle Rockfestival veranstalten. Ein Verkauf dieser Wortmarke an Lieberberg muss Stand heute daher als unwahrscheinlich gelten.

[Edit: Laut einem weiteren Artikel der Rhein-Zeitung ist das Merchandising ein wichtiges Finanzierungsstandbein MLKs. Lieberbergs Anwalt Matthias Atrott spricht nebulös von einem erlösten Betrag im sechstelligen Bereich. Sein Kollege Søren Pietzcker will prüfen lassen, in wie fern Capricorn aus seinem Patent überhaupt Ansprüche ableiten kann. Mit anderen Worten: Es droht das nächste juristische Scharmützel. Danke Thomas Münz für den Hinweis.]

Blockade als primäres Ziel?

Glaubt man der Darstellung in der Rhein-Zeitung wird der Richterspruch vor dem OLG auf Seite des Nürburgrings durchaus als Niederlage eingestanden. Man misst ihr, so der öffentliche Sprech, aber nur „untergeordnete Bedeutung“ zu. Daraus lässt sich mutmassen, dass es bei der einstweiligen Verfügung primär darum ging, Lieberbergs zu beschäftigen und auszubremsen. Das ist gelungen, wäre aber gar nicht zwingend notwendig gewesen. Bisher scheint es bei MLK nämlich noch an anderer Front zu klemmen: Die finale Unterschrift zur Nutzung des JHQ-Geländes in Mönchengladbach fehlt.

Gerüchte um Ableben von Grüne Hölle Rock übertrieben

In die ins Stocken geratene Übernahme des Nürburgrings durch Capricorn könnte ebenfalls bald wieder Bewegung kommen.
Der Focus zitierte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie ist der Ansicht, der Verkauf der Rennstrecke an Capricorn würde im September von der EU-Kommission durchgewunken. Man habe schon beim Verkaufsprozess eng mit der EU zusammengearbeitet. In Insolvenzverwalter und neuem Ring-Herren Wild sieht Dreyer verlässliche Partner.

Auf Grund der bestehenden Unsicherheit hat Capricorn die Zahlung einer zweite Rate in Höhe von 5 Million Euro bis zu einer endgültigen Entscheidung der EU verschoben. Eigentlich wäre der Betrag am 31.Juli fällig gewesen.
Als die ausgebliebene Zahlung bekannt wurde, unkten einige schon das wäre das Ende neuen Festivals am Nürburgring noch vor der ersten Auflage. Verfrüht.

Denn wie bei MLK sollen auch bei der Veranstaltergemeinschaft rund um die DEAG die Vorbereitungen für das eigene Festival auf Hochtouren laufen. Eine weitere Analogie: Bei beiden Festivals ist mit ersten Bestätigungen zu rechnen, sobald die letzten Unsicherheiten ausgeräumt sind.
Fragt sich nur, wer letztlich als erstes ins Licht tritt und uns Festivalisten sein Festival schmackhaft machen kann. Sei es mit Namen oder einem attraktiven Kartenpreis.

 

2 KOMMENTARE

  1. Man spricht MLK die Eigentumsrechte zu, hat aber das Einsehen bei den Nutzungsrechten.

    Hätte das nicht von vornherein klar gewesen sein müssen? Das wirkt jetzt so, als käme das Patent out of nowhere, aber so muss sich MLK ja unlängst auf diese Situation und einen neuen Namen eingestellt haben. Und: deutet das Anrecht auf „Papier und Pappe“ nicht auch auf Eintrittskarten, Werbung u.ä. hin? Eine Werbung und Tickets ohne Veranstaltungsnamen wären meiner Meinung nach bereits um längen merkwürdiger, als simple Shirts.

    • Es ist und bleibt alles für einen Laien undurchschaubar.
      Ich sollte mal in der Social Media Gefolgschaft nach einem Juristen fragen, der Dinge wie Werktitel und Wortmarke in diesem Kontext erklären kann.
      Wir haben, so mein Eindruck, das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

      So „Out Of Nowhere“ kam das auch gar nicht. Ich hatte mir die beiden Patenteinträge schon vor 1-2 Monaten erstmals angeschaut.
      Dass Capricorn/Deag die Niederlage vor Gericht so entspannt genommen hat, hängt wahrscheinlich auch mit diesem zweiten Patent zusammen.
      Kam aber selber nicht auf die Idee, dass Eintrittskarten und Poster unter diese Regelung fallen könnten. Das erscheint aber nicht unlogisch.
      Auch weil das OLG Koblenz doch gerade erst eine Verodrnung gekippt hatte, laut der MLK mit dem Titel „Rock am Ring“ nicht werben durfte..

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