Die Regeln sind nicht neu, sollen heuer aber erstmalig konsequent umgesetzt werden. Die Rede ist von den Bestimmungen in Sachen Grillen bei Rock im Park. In der Zeltplatzordnung ist schon einige Jahre lang festgeschrieben, dass Aufgrund der Brandgefahr keine offenen Feuer erlaubt werden können. Bisher allerdings wurden diese Bestimmungen nicht ernsthaft umgesetzt so dass man nicht nur die klassischen Einweggrills auf Campingplätzen qualmen sah, sondern im Extremfall sogar grosse Gasgrills auf denen Spanferkel gebraten wurden.

Das Grillen ist ab sofort nur auf den dafür ausgewiesenen Arealen gestattet – es werden deren 14 sein, die sich über das gesamte Gelände verteilen. Lange Fusswege werden sich dadurch also nicht ergeben, allerdings wird es auch nicht mehr so bequem sein wie in Vergangenheit, als man sein Feuer direkt neben dem eigenen Zelt entflammte.
Noch sind diese Areale auf den publizierten Plänen nicht markiert. Man darf gespannt sein wie gross dimensioniert sie sein werden und wie viel Campingraum ihnen daher zum Opfer fallen wird.

Manch einer wird sich gefragt haben, warum die Campingplätze in diesem Jahr in kleine Parzellen unterteilt sind. So langsam wird klar warum: Um jeden dieser Minicampingplätze kümmert sich ein Team Securities.
So sollte sich im Rahmen des neuen Sicherheitskonzepts unter anderem das Grillverbotdurchsetzen lassen. Wir erinnern uns: Beim Grillen erwischt werden führt zu lebenslangem Hausverbot!
In der Theorie sollte sich so auch die fast schon traditionelle Krawallnacht am Sonntag Abend verhindern lassen. Die Praxis wird zeigen was die Massnahme wirklich wert ist.

Die Novellierung des Sicherheitskonzepts ist übrigens nicht allein auf dem Mist vom Veranstalter ARGO gewachsen. Es handelt sich vielmehr um eine behördliche Auflage der Stadt Nürnberg als Reaktion auf die Vor- und Unfälle der letzten Jahren. Auch die heuer mutmasslich massiv gestiegene Zuschauerzahl wird seinen Teil dazu beigetragen haben die Regeln zu verschärfen.

Vom Veranstalter ARGO klingt die Begründung für das Grillverbot so:

Es gibt 14 Areale auf denen Grillen erlaubt ist, diese sind mit Grillfässern und zum Teil auch gemauerten Grills ausgestattet, der Untergrund besteht aus von uns aufgeschüttetem Sand um Bandgefahren zu verhindern. Nur diese Flächen dürfen zum Grillen genutzt werden. Hintergrund sind die in den letzten Jahren vermehrt aufgetretenen Grillunfälle bei denen auch sehr leicht Zelte hätten Feuer fangen können. Aus diesem Grunde ist es wichtig, dass nicht vor, neben und zwischen Zelten gegrillt wird, wo ein übergreifen des Feuers katastrophale Folgen haben könnte wie seinerzeit beim Feuer im Pilgerlager von Mekka. Bilanz damals (1997) 343 Tote, über 1.300 Verletzte.

Die Frage, die sich für mich zwangsläufig ergibt: Wie kann man jemand, der diesem Grillverbot kritisch gegenübersteht verständlich erklären, warum Gasskocher weiterhin erlaubt sein werden. Wie bereits früher angesprochen ist die von ihnen ausgehende Gefahr zwar geringer, aber trotz fehlendem Funkenflug allein aufgrund der zu erwartenden Enge auf den Zeltplätzen ebenfalls real vorhanden.
Ein Ansatz einer Erklärung könnte sein, dass man seitens der Veranstalter befürchtet zu viele Festivalisten zu verschrecken, wenn man Feuer generell verbietet.