Die Debatte um den zukünftigen Rock am Ring Standort spitzt sich zu. Marek Lieberberg erhöht den Druck auf die Verantwortlichen in Mönchengladbach noch einmal. Erneut scheint eine Wendung denkbar. Lieberberg möchte definitiv nicht bis zur Ratssitzung am 1. Oktober auf eine Zusage des JHQ-Geländes warten. Bis Ende nächster Woche müsse Klarheit herrschen, um Bandbuchungen definitiv abschliessen zu können.

1Live hat mit Marek Lieberberg gesprochen. Die eingefangen O-Töne lassen die Redaktion des Radiosenders pessimistischen auf die Dinge blicken: Man geht offensichtlich davon aus, dass Mönchengladbach nicht der neue Standort für Rock am Ring wird, sieht die Zukunft des Grossfestivals eher in Mendig/Rheinland-Pfalz. Kann man so sehen. Es könnte aber auch einfach Taktik sein, sich so zu äussern:

„Wir haben jetzt sehr sehr lange gewartet, wir haben sehr viel dafür getan. Ich denke, ein Festival in Mönchengladbach sollte auf jeden Fall kommen. Aber ich glaube nicht, dass wir den Juni-Termin halten können“, erklärte Marek Lieberberg gegenüber 1Live. Und weiter: „Unser Festival heißt „Rock am Ring“ und unser Festival findet am ersten Juni-Wochenende statt.“

In diese, Statement stecken gleich zwei interessante Aussagen: Zum einen will man nicht vom Termin 5.-7. Juni abrücken. Komme was wolle. Und trotz zu erwartender, neuerlicher Zwistigkeiten mit den Grüne Hölle Veranstaltern, soll das Festival auch weiterhin unter „Rock am Ring“ firmieren.

Ich denke: Marek Lieberberg setzt den Verantwortlichen jetzt den Dolch auf die Brust. Es ist sein finaler Versuch, die städtischen Politiker zu einem überplanmässig schnellen Entschluss über die Miete des ehemaligen Militärgeländes JHQ von der staatlichen Bima anzutreiben. Ob das nun fair ist oder nicht steht nicht zur Debatte. Lieberberg sieht seine Felle davonschwimmen. Will er Bands an sich binden und so der Grünen Hölle Paroli bieten, braucht er Klarheit. Besser schon heute als Morgen.
Eigentlich will der Stadtrat Mönchengladbach aber erst am 1.Oktober 2014 entscheiden, ob man in die Offerte der Bima annimmt. Bis dahin sollen Chancen und Risiken eines Mietvertrags über 5 Jahre ausgelotet werden.
Für Lieberberg wäre Gladbach allein wegen seines grossen Einzugsgebiets und dem warmen Willkommen von Bevölkerung und Politik Gold wert. Kaum vorstellbar, dass er wirklich Mendig Mönchengladbach vorziehen will – es sei denn er sehe keinen anderen Weg.

Wie das heutige Frankfurter Manöver in Mönchengladbach ankommt?
Erst gestern hatte der Pressesprecher der Stadt in der WDR Lokalzeit um ein wenig mehr Geduld geworben. Man müsse die „Knackfragen“ des Angebots prüfen. Rentabel wäre das Geschäft angeblich nämlich nur, wenn die Stadt für das JHQ weitere Nutzungsmöglichkeiten neben Rock am Ring auftäte.
Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners hat dem Thema Rock am Ring wieder einmal höchste Priorität zugewiesen, diesmal in allen Fachbereichen. Und CDU-Fraktionsführer Hans Peter Schlegelmilch gibt sich kämpferisch: „Warum sollten wir das nicht schaffen?