Selten gibt es Momente, in denen die gesamte Musikwelt gebannt auf ein Ereignis schaut. Der Albumrelease einer Foo Fighters Platte ist einer dieser Momente. Doch ist dieses Album all die Aufregung wert?

Sonic Highways verspricht eine musikalische Reise durch die USA. Ein Promoapperat der im Vorfeld des Albumreleases nur so mit Fakten um sich schleuderte sollte Lust auf das neue Album der Foo Fighters machen. Ja sogar eine eigene TV-Dokuserie für die sich selbst US-Präsident Barack Obama vor die Kamera zerren ließ sollte jeden Zweifel im Keim ersticken. Eine der größten Bands des Planeten veröffentlicht eines der wichtigsten und besten Alben ihrer Karriere. Doch wie Mutti immer schon sagte: Man soll nicht alles glauben, was die Leute im Fernsehen sagen.

Dave Grohl kann noch so sehr der sympathischste Typ im Rockbusiness sein und ja, wir wissen alle, dass er als Schlagzeuger von Nirvana keinen unerheblichen Beitrag zum Sound der modernen, alternativen Musik geleistet hat, doch Sonic Highways ist einfach breitwand Langeweile auf 42 Minuten.

Die völlig übertrieben aufgeblasene Produktion erstickt jeden Ansatz von Dynamik unter unzähligen Gitarrenspuren. Die Spritzigkeit des Vorgängeralbums Wasting Light aus dem Jahr 2011 ist leider komplett verloren gegangen. Lediglich in The Feast And The Famine kommt mal so etwas wie das alte Foo Fighters Feeling auf. Explodierender Refrain, haken schlagende Gitarren und eine ungewöhnliche Songstruktur erwecken den Eindruck, dass dieser Song ein Überbleibsel der letzten Albumsessions ist.

Die restlichen Stücke wirken leider wie auf modern getrimmter Classicrock. 1-2-3-4, alle klatschen die Hände über dem Kopf zusammen, alle singen mit, hier wird mal ein Moshpit angedeutet. Liebe Foo Fighters, das habt ihr euch leider zu einfach gemacht.

Euer Legendenstatus kann nicht darüber hinweg täuschen, dass auch ihr mal schlechte Tage habt. Hätte ich nicht gewusst, dass ich hier grade die neue Foo Fighters höre, dann hätte ich nach dem ersten Durchlauf wohl kaum ein zweites Mal auf Play gedrückt. Schade eigentlich. Vielleicht klappt es beim nächsten mal wieder. Bis dahin: Schön lange Konzerte spielen, dann bleibt auch mehr Platz im Set für die Klassiker.

1 KOMMENTAR

  1. Die Kritik kann ich absolut nachvollziehen. Auch ich habe mich sehr auf die Platte gefreut, war dann aber nach einmaligem Hören stark underwhelmed.
    Allerdings ist das Album m.E. ein Grower. Ich habe es inzwischen einige Male gehört und es macht sich ganz solide als Album, dass man mal gut nebenbei auflegen kann.
    Definitiv eines der schwächeren Alben, aber wenn man ihm ne Chance gibt, ganz ok.

    LG Kev

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