Läuft gut bei Dir, möchte man Marek Lieberberg sagen. Wer dachte, das 30jährige Rock am Ring-Jubiläum würde durch den Neustart in Mendig an Zugkraft und damit Besuchern verlieren, lag falsch. Aber sowas von. Laut einem Facebookposting von heute haben sich bereits 80000 ihr 3-Tagesticket gesichert. Auch Rock im Park kann bereits auf 55000 verkaufte Karten blicken.

Dazu einige Gedanken:

Obwohl sich noch niemand konkret zur Zuschauerkapazität von Rock am Ring in Mendig geäussert hat, scheint sie höher zu sein als früher am Nürburgring. Dort war alljährlich bei 85000 verkauften Karten Schluss gewesen.
Wie sonst ist es zu erklären, dass das Reissen der 80000er Marke nur via Facebook vermeldet wird. Wenn es tatsächlich nur noch 5000 Restkarten gäbe, würde Veranstalter MLK das wahrscheinlich nach dem Giesskannenprinzip auf allen Kanälen kommunizieren. Denn dann wäre zu erwarten, dass diese Restmenge sehr schnell -heisst: binnen 48 Stunden- unter echten Besuchern und Abzockern verteilt wäre.
Allzu sicher sollte man sich „ohne“ aber nicht wiegen. Laut Pressemeldung vom 5. Dezember waren schon damals „der Endspurt für die letzten 25.000 Eintrittskarten“ eingeläutet und für Ring und Park zusammen 100000 Tickets verkauft. Sprich: Binnen der letzten zwei Monate wurden 35000 weitere Karten für die beiden MLK-Festivals unter das Volk gebracht. Mindestens die Hälfte davon dürfte auf den Ring entfallen.
Dieser Milchmädchenrechnung zu Folge sind maximal noch 7500 Karten für Rock am Ring 2015 erhältlich.

Natürlich denkt man auch unweigerlich an das zum Kampf der Giganten hochstilisierte Duell zwischen Marek Lieberberg (MLK) und der Deutschen Entertainment AG (DEAG). Es scheint eine sehr ungleiche Konkurrenz zu sein, was meiner Meinung zeigt: Mit viel Geld mittelfristig selbsttragende Major-Festivals aus dem Boden zu stampfen funktioniert in Deutschland schlichtweg nicht. Schon gar nicht wenn sie sich als Zielgruppe die zu dünn besetzte Rock/Metalfraktion des Landes ausguckt.
Zieht man die vielen vielen Gerüchte um einen desaströsen Vorverkauf bei Rockavaria und Der Ring in Betracht, wird Lieberberg gemeinsam mit Argo einen Sieg durch frühen Knockout verzeichnen. Bleibt abzuwarten in wie fern das der DEAG den Spass am langfristig geplanten Nürburgringengagement und im Münchner Olympiastadion nehmen wird.

Rock im Park: Morgen wird es teurer

Karten für Rock am Ring kosten über den Tag hinaus 180 Euro. Bei Rock im Park wird die aktuelle Preisstufe von 170 Euro ab 0:00 Uhr nach oben angepasst. Mutmasslich auf Rock am Ring Level.