The Kooks waren am Samstag Abend zu Gast in der ausverkauften Berliner Columbiahalle. 3500 Besucher erlebten einen Querschnitt durch die komplette Diskographie der Band aus Brighton.

Während ich am Rande des Fotograbens auf den Beginn des Konzertes warte, werden gleich zwei junge Mädchen von ihren Freunden zu den dort stationierten Sanitätern geschleppt. Der Kreislauf. Natürlich tut mir das auch leid für die beiden, deren Konzertabend wird wohl für heute gelaufen sein, aber es fällt doch auf, dass solche Vorfälle antiproportional oft zum Durchschnittsalter der Konzertbesucher auftreten.

The Kooks sind nunmal schon immer eine Teenieband gewesen und grade mit ihrem neuen Album Listen haben sie die Transformation zur lupenreinen Popband komplett vollzogen. Anstatt leichter Akustikgitarren drücken mittlerweile funkige Bassläufe und Synthesizer die Songs durch den Raum. Kommt live allerdings auch sehr gut. Und es ist ja nicht so, dass The Kooks heute nur ihr neues Album runterspielen. Bereits mit dem dritten Song versetzt die Band die gesamte Halle gut ein Jahrzehnt zurück. Der Song mit dem 4-Wort-Ohrwurm! „Your pretty, pretty petticoat“ singt, nein kreischt das überwiegend weibliche Publikum der Band auf der Bühne entgegen. Ooh La ist aber auch ein verdammt großartiges Lied. Auch nach all der Zeit.

Die Bühne ist zugestellt mit unzähligen LED Wänden, auf denen mal ein Livebild der Band und mal mehr oder weniger zur Musik passende Animationen zu sehen sind, dazu noch ein Lichttechniker der seine nervösen Zuckungen wohl am Lichtpult auslebt. Das alles hat die Band aber eigentlich nicht nötig. Frontmann Luke Pritchard ist eine bühneneinnehmende Gestalt, selbst wenn er mit seiner Gitarre am Mikrofon steht. Hat er diese aber mal nicht umhängen, dann wird jeder verfügbare Quadratzentimeter ausgenutzt. Große Gesten á la Freddy Mercury und Tanzeinlagen nach Schema Michael Jackson. Passt irgendwie auch alles sehr gut zu diesem neuen Sound den die Kooks da jetzt haben. Live kommen die neuen Songs auch sowieso nochmal viel besser rüber als auf Platte und der gesamte Saal groovt sich durch den Abend. Ein Abend der an keiner Stelle langweilig wird. Könnte vielleicht auch daran liegen, dass nach insgesamt 75 Minuten inkl. Zugabe schluss ist, aber hey, lieber so, als zwei Stunden Konzert bei denen man sich nach 90 Minuten schon das Ende herbei sehnt.

Die neuen Kooks sind anders, vergessen dabei aber nicht, dass sie eben durch Songs wie Naive oder She Moves In Her Own Way groß wurden. Ein absolut unterhaltsamer Abend mit allen Hits und live extrem gut zündenden neuen Songs. Mit The Kooks kann man wirklich wenig falsch machen.

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