The Subways stehen seit mittlerweile 12 Jahren auf Bühnen. Ihr Debütalbum „Young For Eternity“ feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Jubiläum. Viele Jahre, in denen sich kaum etwas geändert. Das zeigt auch der gestrige Abend in Dresden.

Wer so lange im Geschäft ist wie The Subways, kann es sich durchaus leisten zwei Vorbands mit auf Tour zu nehmen – auch wenn die Location im Vergleich zur Tour zum letzten Album vor drei Jahren eher kleiner geworden sind. Support, das sind auf dieser Tour Purple und Kill It Kid. Welche Qualitäten erstere die Ehre einbringen, den Abend eröffnen zu dürfen, bleibt ein großes Geheimnis.

Ganz anders hingegen Kill It Kid. Deren Bluesrock mit Stoner-Anleihen weiß das Publikum zu begeistern, wird daher auch angemessen mit Applaus bedacht. Nur das pathosbehaftete und eher an Meat Loaf erinnernde „Caroline“ mag nicht so recht zu den ansonsten bestimmenden eingängigen Gitarrenriffs passen.

Im Anschluss schlägt dann aber die Stunde des Headliners dieses Abends. The Subways starten ihr Set mit der zum Teil eingedeutschten Version von „We don’t need Money to have a good Time“. Ein guter Start, gibt der Song doch die Richtung vor, die ein Konzert des Trios einschlagen sollte. To have a good time. Das ist es, worum es geht an diesem Abend. Dass der Teil mit dem Geld nicht  ganz zutreffend ist? Geschenkt.

Denn The Subways bieten heute Abend die ganze Palette der Publikumsbespaßung. Hinsetzen, mitklatschen, Circle Pits, mitsingen. Sänger Billy Lunn führt souverän durch den Abend und lässt nichts, aber auch gar nichts anbrennen. Er begnügt sich mit zwei Sprüngen von der Bass Drum während sich Kollegin Charlotte Cooper durch Rumgehüpfe und Kopfgeschüttel derart verausgabt, dass man sich spätestens beim dritten Song fragt: Wie trifft die Frau eigentlich noch die Saiten ihres Basses?

Und doch: wirklich 100%ig auf das Konzert fokussiert wirkt insbesondere Billy Lunn an diesem Abend nicht. Wer mag es ihm verdenken, eingedenk  der Tatsache, dass sein Bruder – und Drummer der Band – Josh Morgan gestern kurzfristig aussteigen musste?

Nichtsdestotrotz: The Subways liefern ein blitzsauberes Set ab. Die alten Hits von „I wanna hear what you’ve got to say“ über „Mary“ und „Oh Yeah“ bis hin zu „Rock’N’Roll Queen“ büßen auch nach vielen Jahren nichts von ihrem Unterhaltungswert ein. Natürlich erfinden The Subways das Rad nicht neu. Und sicher werden sie auch nicht als die Retter des Rock ’n Roll in die Musikgeschichte eingehen. Für einen spaßigen Abend sind sie aber noch immer gut. Und wahrscheinlich wird sich das auch in den nächsten 10 oder 12 Jahren kaum ändern.

Location: Alter Schlachthof, Dresden
Beginn: 19:45 Uhr
Ende: 23:00 Uhr
Zuschauer: ?

Setlist

We don’t need money to have a good time
I’m in love
Shake Shake
Good Times
We get around
Mary
Alright
Dirty Muddy Paws
Kiss Kiss Bang Bang
My heart is pumping to a brand new beat
I wanna hear what you’ve got to say
Rock and Roll Queen
Taking all the blame
Girls and boys
Celebrity
(folgende Songs waren als Zugabe angedacht, die Pause wurde aber kurzerhand weggelassen)
With You
Oh yeah
Just like jude
It’s a party