Alle, die den deutschen Festivalmarkt zuletzt auch nur ein wenig verfolgt haben, dürften wissen: Turbulenzfrei verlief der aggressive Einstieg der DEAG in das Festivalgeschäft keineswegs. Jetzt, am Ende des Premierenwochenendes, sprechen die Veranstalter dennoch von einem „erfolgreichen Debüt“ von Rock im Revier und Rockavaria. 2016 soll es demnach weiter gehen. 

„Packen wir es an für Rock im Revier 2016“, zitiert der abschließende Newsletter Oliver Hoppe vom Mitveranstalter Wizard Promotions. Das Konzept eines mehrtägigen Festivals auf dem Gelände der Veltins Arena habe sich bewährt. Und: Eben dorthin will man im kommenden Jahr zurückkehren.

Gleiches gilt für Rockavaria auf dem Olympiagelände in München. Man gibt sich zufrieden mit dem „sehr erfolgreichen Start“: 49.000 Besucher seien insgesamt gekommen, Inhaber eines Tagestickets eingeschlossen. 43.500 waren es bei Rock im Revier. Nicht genug, um die Arena auf Schalke zu füllen.  „Sorry for the small club atmosphere, but we don’t usually play events that small“, soll etwa Brandon Boyd, Sänger von Incubus, vor einem augenscheinlich recht spärlichem Publikum gesagt haben.

Dagegen kommen von DEAG Vorstandsvorsitzenden Peter Schwenkow große Worte: „Diese Festivals sind ein Triumph der Künstler und ein Triumph der Fans. Und wieder einmal zeigt sich: Am Ende zählt nur eins – die Kraft der Musik!“

So erfolgreich und selbstzufrieden sich das Veranstalter-Fazit auch liest: Die Anzahl der Besucher, von denen sicherlich einige Gebrauch der kurzfristigen und ausgiebigen Rabattaktionen gemacht hatten, wird die Kosten eines stark besetzten Programms um Muse, Kiss und Metallica bei weitem nicht gedeckt haben. Dazu kommen der ausgesprochen kurzfristige Umzug vom Nürburgring in die Arena und zahlreiche Pressemeldungen, die von den Schwierigkeiten berichteten, in die sich Hauptveranstalter DEAG mit dem Einstieg in den Festivalmarkt gebracht hatte.

Abgeschlossen scheint das Kapitel DEAG und Festivals aber zumindest mit Ende der Premierenfestivals keineswegs.