Die Spatzen pfiffen es von den Dächern, zwei Wochen vor dem Start ist die Nachricht offiziell: Schon 2015 hält beim Hurricane der bargeldose Zahlungsverkehr per RFID-Chip Einzug. FKP Scorpio wird damit zum Vorreiter auf deutschem Boden und die Technik bei Erfolg sicherlich auf sein komplettes Festivalportfolio ausweiten.

[Update 14:25 Uhr: Beim wesentlich kleineren Berlin Festival kam das bargeldlose Bezahlen per im Bändchen eingeflochteten Chip letztes Wochenende auch erstmals zum Einsatz. Jens Balzer, Autor der Berlin Zeitung, zeichnet ein sehr düsteres Bild dieser Neuerung.
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Es wird komplett auf den Bezahlchip der Firma YouChip umgestellt – ohne Ausnahme. Im Gegensatz zum gescheiterten Versuch vor drei Jahren, ist die Technik gereift und hat sich erfolgreich bewährt. YouChip konkret hat sich bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs beim Showcase Festival Eurosonic Noorderslag einen Namen gemacht.
An Merch-, Getränke-, Essensständen, im Super- oder auf dem Festivalmarkt, überall beim Hurricane werden einem entsprechende RFID-Lesegeräte entgegenspringen. Bahrzahlungen sind überhaupt nicht mehr vorgesehen.

Vorteile der Technik liegen auf der Hand bzw. dessen Rücken: Verlust oder Diebstahl von Bargeld gehören der Vergangenheit an, zudem sollen die Wartezeiten an den Ständen deutlich reduziert werden.

Aufladungen des Chips können direkt jetzt von daheim erfolgen, oder an Ladestationen vor Ort. Überschüssiges Guthaben wird nach dem Festival zurück überwiesen oder vor Ort ausgezahlt.
Unter hurricane.de/de/bargeldlos/anmeldung/ registriert man sein Ticket und kann im Anschluss Geld auf seinen Chip transferieren, der einem vor Ort ausgehändigt wird.

Hurricane Festivalleiter Japser Barendregt ist von den Vorteilen der Umstellung überzeugt:

[quote_center]Wir sind der Meinung, dass man mit dem neuen bargeldlosen Bezahlen unseren Besuchern einen großen Mehrwert verschafft. Getränkebestellungen sind im Handumdrehen getätigt, Sorgen um sein Bargeld braucht man sich nicht mehr machen und falls man nach dem Festival noch Guthaben auf dem Bändchen haben sollte, kann das Geld problemlos von dem Festivalgast auf sein Konto zurückgebucht oder vor Ort ausgezahlt werden.[/quote_center]

Was er nicht erwähnt: Auch für die Veranstalterseite hat die Neuerung massive Vorteile.
RFID-Technik lässt sich wunderbar für Marketingzwecke einsetzen, da theoretisch zur Auswertung von Interessen, Bewegungsprofilen und dadurch auch Lieblingsbands heranziehbar. Später könnte man dann z.B. zielgerichtete Werbung für seine Tourneen anbringen. Kurz: Die Privatsphäre leidet. Ob real oder nur gefühlt sei jetzt einmal dahin gestellt.
Eine Studie zum bargeldlosen Bezahlen auf Festivals kommt zudem zum Schluss, dass mit dem virtuellen Geld bis zu 40 Prozent mehr ausgegeben wird als mit Bargeld.

Hurricane 2015 ist ein grosser, fetter Testballon. Eine Ausweitung der Technik auf alle anderen Festivals von FKP Scorpio nach erfolgreichem Test aber nur reine Formsache.