So war’s: Metric in Berlin

Fotos haben wir heute leider keine für euch. Es ist schlicht nicht akzeptabel, welche Vorstellungen Metric von einem Fotovertrag haben. Schade eigentlich, gäbe es doch vom Konzert im Berliner Huxley’s einiges zu zeigen.

Als eine Stimme in futuristischer Erzählmanier ein Intro einläutet und die Bandmitglieder sich mit Tiermasken am Bühnenrand aufreihen, ist bereits zu erahnen, was am Abend zu erwarten ist: die große Show. Sängerin Emily Haines kommt schließlich mit Pfauenfeder-LED-Gesteck am Rücken auf die Bühne. Später werden die Bandmitglieder bei einem Lied leuchtende Brillen tragen. Eine Windmaschine wird einen fluoreszierenden Schleier der Sängerin dramatisch wegwehen lassen. Und dann wird Emily Haines gebückt durch den Nebel watend ihre Bandmitglieder vorstellen und eine „We’ll never be together like this again“-Erlebt-was- und YOLO-Ansage machen. Versteht mich nicht falsch: Das ist durchaus unterhaltsam. Und musikalisch stimmt zumindest die Grundlage: Der Hit Help, I’m Alive etwa, den die Band schon im ersten Viertel des Konzerts spielt, bleibt ein großartiges Lied. Aber bei jedem „Can you hear my heart / Beating like a hammer“ die Faust geballt in die Luft schmeißen, als müsste auch wirklich jedem letzten Gast im Saal die Metaphorik des Textes vermittelt werden? Muss eigentlich nicht sein.

Die ganze Zeit über bleibt das Gefühl, eine Rock-Band auf der Bühne stehen zu haben, die weiterhin ein jedes Gitarren-Soli mit altbekannten Posen herausstellt und feiern lässt, sich aber zugleich ausgerüstet mit neuem Tam-Tam an der großen Pop-Show versucht; und dann doch immer mal wieder etwas dazwischen haut, wenn es ins allzu glatte zu rutschen droht – und seien es elektronisch produzierte Störgeräusche. Hier sind wir dann auch beim aktuellen Album „Pagans in Vegas“ angekommen, das einen Großteil des Konzerts einnimmt, und genau wie die Show selbst eben jenen Weg nachzeichnet, den die Band eingeschlagen hat. Dieser wird sicherlich nicht allen gefallen, gerade den frühen Fans der Rock-Band, bleibt aber definitiv weiterhin beobachtenswert: and the show will go on.