Die beiden FKP Scorpio Geschäftsführer Stephan Thanscheidt und Folkert Koopmans haben sich in Interviews zum vergangenen Wochenende geäussert. Sie liefern mit ihnen einen Ausblick auf das kommende Jahr bei Hurricane und Southside.

Beim IQ Mag macht sich Firmengründer Folkert Koopmans Gedanken darüber, welche Konsequenzen man aus den Unwettern diesen Jahres ziehen könnte.
Speziell erwähnt er das Gedankenspiel, Parken und Campen nicht länger zu trennen. Damit wären die Fahrzeuge bei einer etwaigen Evakuierung schneller erreichbar. Gegenargumente seien neben dem höheren Platzbedarf aber auch alkoholisierte Besucher. Die könnten auf die Idee kommen während des laufenden Festivals über den Platz zu kurven und damit andere zu gefährden.

Mit Bezug auf das Unwetter am Freitag Abend beim Southside bemüht auch er berechtigte Superlative. Nie habe er bis dahin solch einen Starkregen erleben müssen.
Alle Büros und der Backstage Bereich seien geflutet gewesen, die Bühnen und Verkaufsstände stark ramponiert. Letztlich habe es also keine echte Alternative zum ersten Abbruch seiner 25jährigen FKP Scorpio Historie gegeben.

Über Entschädigungen für die Besucher oder den ökonomischen Schaden für seine Firma könne man noch nichts definitives sagen. Zuerst müsse man die Lage genau analysieren, alle Schäden registrieren (und sicher auch mit Versicherungen reden). Gegenüber anderen Medien hatte Koopmans den zu erwartenden Schaden auf 15-20 Millionen Euro taxiert.
Prinzipiell will man seine Besucher unbedingt bei Laune halten und werde sich etwas für sie ausdenken – sobald Zeit dafür ist. Mitarbeiter, die nicht bei Hurricane und Southside die Scherben aufkehren müssen, sind nämlich schon wieder beim nächsten Festival des FKP Scorpio Portfolios gebunden: In Schweden, beim Bravalla.

Dort erreichte Melle von Delta Radio denn auch den Head of Festivalbooking, Stephan Thanscheidt. Mit ihm sprach sie über das Hurricane 2016.

Auf die Fanfrage, ob es nicht Zeit werde Die Kassierer endlich mal zu buchen, da diese auch bei diesem Wetter sicher noch eine Idee hätten was zu tun sei, meinte er tatsächlich: man werde es 2017 versuchen. Wir werden sehen, wie ernst das zu nehmen ist. Schliesslich sind die Punkrocker Stammgast in den Tapedecks der Campingareale, aber sicher nicht jedem HuSo-Fan auf einer der Bühnen vermittelbar.

Im Anschluss wurde das Thema Bands weiter aufgefächert.
So werde man versuchen nächstes Jahr insbesondere Acts erneut zu buchen, die dieses Jahr auf beiden Festivals ausgefallen sind. Abzuklären bliebe aber, ob eben jene Bands überhaupt verfügbar wären.
Explizit genannt wurde Haftbefehl. Bands, die ebenfalls in das vorgegebene Raster passen würden: The Prodigy, The Offspring, Frank Turner, Editors, Fritz Kalkbrenner, Axwell ^ Ingrosso, Joris, Maximo Park, Die Orsons, Zeds Dead und Boys Noize.
Thanscheidt gab zu Protokoll, dass man hoffe ziemlich bald mit den ersten Bandnamen an die Öffentlichkeit gehen zu können.

In Bezug auf das Wetter sprach Thanscheidt von einer absoluten Ausnahmesituation. Man habe getan, was möglich gewesen ist. Irgendwann sei man der Natur dann aber doch einfach auch ausgeliefert. Er hoffe, dass sich die extreme Wetter-Konstellation von 2016 nicht wiederholen würde.

Für Abbruch und Ausfall am Samstag sei der Boden hauptverantwortlich gewesen. Man hätte zwar auch Blitze gehabt, die für eine kurze Evakuierung am Freitag sorgten. Aber das Gelände, dessen Seenlandschaften und der Matsch hätten am Samstag ein Bespielen verhindert. In der Nacht auf Sonntag konnte man mit Hilfe vieler freiwilliger Helfer das Wasser abpumpen und das Bühnenareal glattziehen.