Die letzte Woche hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht nur in Ochsenfurt, München und Ansbach. Die Republik steht den Taten einiger Arschlöcher gefühlt ohnmächtig entgegen. Erste Festivals ziehen Konsequenzen. Durch das Verbot von Rucksäcken und Taschen auf den Bühnenarealen soll die Besuchersicherheit erhöht werden.


Taschenverbot bei Wacken und Out4Fame

In Absprache mit den entsprechenden Behörden legt beispielsweise das Grossfestival Wacken ein Taschenverbot für das Veranstaltungsgelände auf. Im Wackinger Village, Wacken Center, Wacken Plaza, Metal Market, Beer Garden und Infield sind nur noch Bauchtaschen/Brustbeutel erlaubt.
Von der Neuregelung nicht betroffen ist der Campingplatz.

Für die meisten von uns dürfte diese Einschränkung kein echtes Problem darstellen. Im Gegenteil: Am Einlass fallen die Taschenchecks weg, was das Procedere vereinfacht und Wartezeiten minimieren sollte.
Meiner Meinung nach braucht ein normaler Festivalbesucher vor den Bühnen ohnehin weder Tasche noch Rucksack. Mich nerven Personen in der Crowd, deren Rucksack während eines Konzerts permanent an einem rumschrubbt. Von daher: kein Verlust.
Wer zwingend irgendetwas ablegen muss (Medikamente) oder möchte (Kleigung/Merch-Käufe,..), kann beim Wacken die Schliessfachtrucks an den Eingängen des Bühnengeländes nutzen.

Sicherheitsgewinn: Eher Gefühl als Fakt

Auf einem ganz anderen Blatt steht die durch diese Regelung tatsächlich hinzugewonnene Sicherheit. Es handelt sich eher um das gute Gefühl, die Reduzierung der Angst. Denn man hat ja etwas getan.
Allerdings bin ich mir sicher: Wenn jemand ein Attentat akribisch im Vorfeld plant, es also auf keiner Kurzschlussreaktion basiert, dann stellen weder Zäune eines Festivals noch Security Personal ein echtes Hindernis dar.
Wir leben in einer Zeit, in der vieles, das wir für ganz normal geringeschätzt haben, dahinbröckelt. Beispielsweise die Gewissheit, dass man auf der Terrasse eines Restaurants sicher ist und bei (Gross)Veranstaltungen keinen Terror oder Amoklauf fürchten muss.
Dennoch dürfen wir nicht die Angst die Regie übernehmen und uns den Spass an unserer Art zu Leben nehmen lassen. Seid wachsam, aber nicht paranoid. In diesem Sinne: Geniest die Festivals im August.

4 KOMMENTARE

  1. Ich finde das Ganze um ehrlich zu sein etwas lächerlich. Wer gedenkt Schaden anzurichten, wird sich wohl kaum davon aufhalten lassen.

    Das Verbot von Rucksäcken führt einzig und allein dazu, dass es nicht mehr möglich ist ausreichend Verpflegung für einen ganzen Tag mit aufs Gelände zu nehmen und man auf das teure und oft nicht nahrhafte Essen an den Festivalbuden angewiesen ist. Bravo, da wurde richtig viel nachgedacht.

    • In den meinsten Fällen ist das imho kein Problem, weil
      a) die Campingplätze selten unerreichbar weit (>15 Minuten) entfernt liegen (z.B. Southside, Taubertal, Reload, Highfield)
      b) die wenigsten den ganzen Tag vor der Bühne abhängen
      c) sich die Qualität der Buden in Neuzeit exrem verbessert und die Kosten dabei vergleichsweise moderat bleiben

      • Stimmt schon alles. Jedoch gibt es ebenso genug Leute die nicht ins Getummel wollen und sich alles aus sicherer Nähe anschauen. Dann packt man sich morgens sein Paket für den Tag mit Kekse, Obst und ein Sandwich und muss sich eben nicht für 7€ einen Döner kaufen, der nur halb so gut gefüllt ist wie der herkömmliche aus dem Dorf.

        Mich stört es einfach, dass diese Entscheidung (natürlich aus meiner Sicht), einfach rein gar nichts bringt hinsichtlich der Sicherheit. Und wenn man eben drum besorgt ist man könnte was reinschmuggeln, muss man eben besser/genauer kontrollieren. Ist auch alles mit Kosten verbunden, klar, aber ich glaube im Fazit ist diese Entscheidung einfach der falsche Ansatz.

      • So ganz weit sind wir ja gar nicht voneinander entfernt.
        Dass es eher ein symbolischer Act ist, da stimme ich Dir absolut zu.
        Und dass es den Ständen den ein oder anderen Kunden mehr bringt, will ich auch nicht bestreiten.

        Aber: Die üblen Döner für übertrieben Geld sowie andere Ekligkeiten gehören zuimndest bei Rock im Park, Southside und Highfield der Vergangenheit an. Da zahlst Du 7-8 Euro, bekommst aber wirklich gute Qualität, die teils sogar wirklich sättigt.

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