riprar10_rammsteinDer lokale Veranstalter von Rock im Park, ARGO, gelobt Besserung in Sachen Soundqualität auf den Bühnen. Mit einer Computersimulation will man für eine ausgewogenere und druckvollere Beschallung der Flächen sorgen. Einen ähnlich indiskutbalen Sound vor den Bühnen soll es 2010 nicht wieder geben. Darüber berichten heute die Parkrocker.

Rückblick Rock im Park 2009. Wir schreiben Freitag. Billy Talent stehen auf der Centerstage und reiben sich verwundert die Augen. Zwar müht man sich nach Kräften, aber das Publikum wirkt lethargisch und gereizt, der Funke zwischen Band und Publikum will einfach nicht überspringen. Gegen 20 Uhr fliegt ein beschrifteter Tennisball auf die Bühne. Frontmann Benjamin Kowalewicz holt ihn sich und liest laut vor: „LAUTER“ stand da in grossen Lettern. Schon zuvor hatten viele Fans immer wieder „Lauter, lauter“ angestimmt.
Beim Headliner des Abends, Limp Bizkit, trat sogar Fred Durst vor das Publium und entschuldigte sich für die Akkustik. Zurecht! Der Sound auf Center- und Alternastage am Freitag war diplomatisch formuliert nicht nur leisen, sondern schlecht. Auch an den beiden weiteren Tagen sollte sich das nur marginal ändern. Kein Wunder, dass sich die Wut der Besucher anschliessend emotional im Parkrocker-Forum entlud.

Zu Gute halten musste man dem Veranstalter, dass er durch Lärmschutzauflagen der Stadt Nürnberg in ein enges Korsett gezwungen wird. So probte die von ARGO beauftragte AMT Ingineursgesellschaft den schwierigen Spagat zwischen den Interessen von Bands und Publikum auf der einen Seite und denen der Anwohner auf  der anderen. Während die einen den Sound naturgemäss so laut wie möglich haben wollen, fordern die anderen immer massivere Lautstärkebeschränkungen und ziehen mit ihrem Anliegen vor Gericht.
Mit dem Vorwurf, die Lärmschutzmassnahmen seien unzureichend, hatten 3 Anwohner bis zuletzt vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof geklagt. Erst am Freitag Nachmittag wurde die Klage abgewiesen und das auch nur, weil man in München befürchtete, bereits angereiste Festivalbesucher könnte randalieren. Auch der zu erwartende finanzielle Schaden für den Veranstalter wurde im Urteil berücksichtig. Ende der Geschichte? Nein, es geht nur in die nächste Runde.

Klammert man diese Gegebenheiten aus, sollte man vom Marktführer in Sachen Festivals zumindest eine gleichmässigere Soundausleuchtung des Areals bei genehmigter Lautstärke erwarten können. Genau dieses Problem nimmt ARGO nun in Angriff. Mittels Computersimulation des Geländes und besserer Soundchecks vor Ort sollen Soundlöcher 2010 der Vergangenheit angehören. Auch verspricht man sich durch diese Massnahmen einen deutlich druckvolleren Rocksound.

Bleibt zu hoffen, dass man im neuen Konzept auch die Musik ausserhalb der Bühnen berücksichtigt und beispielsweise die DJs auf dem Weg zwischen den Bühnen zu einer Reduktion der eigenen Lautstärke während Konzerten anhält. Heuer bei Korn auf der Alterna Stage war von meinem Standort nur die DJ-Mukke von ausserhalb zu hören was mich schliesslich frustriert zum Zelt schlendern lies.

Man darf auf die tatsächlichen Effekte der Bemühungen gespannt sein. Positiv jedenfalls finde ich die Entwicklung, dass ARGO mit den Fans zu kommunizieren beginnt und deren Kritik nicht nur annimmt, sondern auch nach Lösungen für sie sucht.