Ihrem Namen überhaupt keine Ehre erwiesen die Toten Hosen. Tot waren sie nämlich keinesfalls, sondern agil wie immer. Und das obwohl Sänger Campinos rechtes „Tanzbein“ leider immernoch von seinem Frusttritt bei Liverpooler ausscheiden aus der Championsleauge gezeichnet war. Scheint kein gutes Heilfleisch zu haben der gute Herr Andreas Frege. Der Gehgips hielt ihn aber nicht davon ab aussen an der Bühne bis zur Spitze empor zu klettern und dort eine rote Leuchtrakete zu zünden. Sportlich!

Von Beginn an hatten die Hosen die Massen unter Kontrolle. Jeder gröhlte die Gassenschlager der Hosen mit so gut er stimmlich und textlich dazu in der Lage war. Gegen Ende des ersten Sets stimmte Campino nachdenkliche Töne an und machte darauf aufmerksam dass man auf historisch vorbelasteter Stätte nur dann das recht habe zu rocken, wenn man sich der sich daraus resultierenden Verantwortung bewusst wäre. Konkret prangerte er an, dass alleine im letzten Jahr die Übergriffe auf ausländische Mitbürger um 10 Prozent zugenommen habe. Deswegen nahm man kurzerhand eines der inoffiziellen Lieder eines norddeutschen Konzentrationslagers und packte sie ins Programm. Gefolgt von „1000 gute Gründe“.

Das dritte Set näherte sich mit eiskekühltem Bommerlunder und der Beileidsbekundung  an die Fans des FC Nürnberg. Im letzten Song wurden bunt die Rollen getauscht. Drummer wurde zum Sänger, Campino zum Gitarristen, usw.