In den letzten Tagen erhärteten sich die Gerüchte, die schon seit einigen Monaten kursierten, rund um das Passauer Pfingst Open Air. Offensichtlich steht das Festival in der Form wie wir es in den letzten Jahren kennen lernen durften kurz vor dem Aus.
Bereits seit Mitte Dezember liegen die Planungen für das diesjährige Festival auf Eis d.h. es werden keine Bands gebucht, keine Tickets gedruckt und keine verbindlichen Verträge mehr abgeschlossen. Doch was steckt hinter alldem?

Der momentane Festivalstandort Hauzenberg kann vielleicht nicht mehr genutzt werden. Das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit hat entschieden, dass das Festival nicht mehr den Status eines „seltenen Ereignisses“ erhält und will es somit auf Grund der Lärmproblematik verbieten.
Besonders pikant im Fall Hauzenberg ist der Vergleich zum allseits bekannten Rock im Park. Auch dort gab es jüngst erneut Klagen wegen Lärmbelästigung bzw. allgemein wegen der Festivalproblematik. Jedoch wurden gegen diese Klagen Einspruch erhoben seitens des Veranstalters von Rock im Park. Das Resultat: Rock im Park darf weiter in Nürnberg stattfinden. Die Veranstalter des Pfingst Open Airs fühlen sich also teilweise zu Recht ungerecht behandelt. Warum darf eine vergleichbare Veranstaltung im selben Bundesland ohne weitere Probleme stattfinden? Muss man erst Klage erheben um die Genehmigung für ein Festival zu erhalten? Oder wird hier etwa mit zweierlei Maß gemessen? Stimmen aus dem Hintergrund vermuten bereits, dass die Lage etwas damit zu tun haben könnte, dass Nürnberg der Wahlkreis des aktuellen Umweltministers Söder ist. Auch scheint es so, als habe das Hauzenberger Festival einheitlichen Rückhalt in der Bevölkerung im Gegensatz zum mehr kommerziellen Rock im Park.

Der letzte Strohhalm an dem sich die Veranstalter des Pfingst Open Air nun klammern ist eine Petition für das Festival hervorgerufen durch die Stadt Hauzenberg. Diese wird am 28. Januar vor dem Umweltausschuss des bayerischen Landtag besprochen. Deadline und somit Tag der endgültigen Entscheidung pro oder contra Festival ist der 31. Januar. Wir werden weiter berichten.

Wer das Festival unterstützen möchte, kann sich auf der offiziellen Homepage einen Unterstützerbrief herunterladen. Dort findet man auch weitere Informationen zur aktuellen Lage.

3 KOMMENTARE

  1. Könnte es sein, dass es einen Unterschied macht ob ein kleiner Verein als Organisator hinter einem Festival steht oder das größte Eventmanagement-Unternehmen Deutschlands, Marek Lieberberg?

  2. Umso bizarrer, da das Pfingst Open Air als „Sound For Nature“ von vornherein an Lärmschutz-Bedingungen gebunden ist, die ähnlich hart sind wie die Auflagen der Stadt Nürnberg an Rock im Park. Siehe Sounds For Nature Leitfaden S18f.

    Ziele demnach:
    * Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen
    * Verminderung der Gesundheitsschäden der Festival-Besucher
    * Verminderung der Belästigung der Anwohner
    * Verminderung der Störung der Tierwelt

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