Eigentlich warteten wir heute gespannt auf Bestätigung aus Frankfurt und verpennten dabei ganz das, was sich ausserhalb des MLKschen Kosmos abspielt. Gegen halb 12 im Southside Forum gab Marc die lange erwartete Bestätigung von Jack Johnson bekannt. Damit aber nicht genug. Die Booking-Abteilung stellte dem smarten Hawaiianer eine handverlesene Auswahl von 13 zur Seite, aus der sicherlich The Strokes hervorragen und einen passablen Headlinerkandidaten abgeben.

Ebenfalls neu dabei sind:  Dropkick Murphys, LCD Soundsystem, The Gaslight Anthem, Archive, Element Of Crime, Shout Out Louds, La Roux, Revolverheld, Jennifer Rostock, The Temper Trap, Two Door Cinema Club und Bigelf.

Und das sagt man selbst über seine Neuzugänge:

Seit 2005 warten die Fans von The Strokes auf ein neues Album der Band. Zwar wurde die Wartezeit durch diverse erfolgreiche Soloprojekte der einzelnen Bandmitglieder verkürzt: Sänger Casablancas etwa nimmt mit Pharrell Williams und Santogold den Track “My Drive Thru” auf. Sein Soloalbum “Phrazes For The Young” erscheint im Oktober 2009. Und während auch Albert Hammond Jr. unter seinem Namen solo aktiv ist, treten Fabrizio Moretti als Little Joy und Nikolai Fraiture als Nickel Eye in Erscheinung. Dennoch sorgen die Gerüchte um ein neues Album der Band in 2010 für reichlich Vorfreude. Und das nicht ganz unberechtigt, so signalisierten sowohl Casablancas als auch Nikolai Fraiture, dass Anfang Januar wohl endlich ein gemeinsamer Studiotermin gefunden werden konnte. Und darüber hinaus konnte sich die Band auf noch mindestens einen gemeinsamen Termin einigen: Im Juni 2010 reisen sie nach Deutschland und rocken den Eichenring Scheeßel und den TakeOff Park in Neuhausen.

Von Jack Johnson hörte man nicht im Radio und las nicht über ihn in Magazinen, sah ihn nicht auf riesigen Plakatwänden und auch nicht im Musikfernsehen. Den charmanten Songwriter lernte man auf anderem Wege kennen: z.B. über den besten Freund, der einem Johnsons in Amerika bereits 2003 erschienenes Album “On And On” damals mit den Worten “das wird Dir bestimmt gefallen”, behutsam in die Hand gab. Und weil jeder einen guten Freund hat und weil es einfach schier unmöglich war, sich den zurückgelehnten Sonnen-Melodien des surfenden Songwriters zu entziehen, dauerte es nicht lange, bis Jack Johnson hierzulande das wurde, was er heute ist: ein Superstar. Wie das neue Album von Jack Johnson heißen wird, steht noch in den Sternen über Hawaii. Dass es Anfang Juni 2010 veröffentlicht und bereits im April die erste Single-Auskopplung einen Hauch von Sommer durch die Radiostationen wehen lassen wird, steht hingegen bereits fest. Und obwohl zu seinen Konzerten heutzutage Tausende von Menschen strömen, gelingt es ihm mit seiner ungezwungenen, nie aufgesetzt wirkenden Art, eine so intime Atmosphäre zu schaffen, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, er spiele seine Songs gerade für ein paar Freunde irgendwo an einem Strand von Hawaii.

Das LCD Soundsystem, hinter dem sich der Musiker, Produzent/Remixer (DFA) und Labelbetreiber (DFA Records) James Murphy verbirgt, ist eines der aufregendsten neuen Projekte der Rock-Dance-Szene. Die Musik von LCD Soundsystem ist eine wilde Mischung aus Punk-, Funk- und House. Murphy, der sich seit einigen Jahren mit seinem Partner Tim Goldsworthy als Produzenten-Duo Death From Above (DFA) mit Produktionen und Remixen für unter anderem The Rapture, Le Tigre, N.E.R.D., Radio 4 und Black Dice einen Namen gemacht hat, zitiert dabei seine zahlreichen Einflüsse, die von The Fall und den Talking Heads über deutsche Experimentalbands wie Can und Neu! bis hin zu modernen Dancesound reicht. Live wird er von Tyler Pope am Bass, Phil Mossman an Gitarre, Keyboard und Rhythmusinstrumenten, Nancy Whang am Keyboard und Pat Mahoney am Schlagzeug begleitet.

Die Dropkick Murphys sind wahrscheinlich die amerikanischste aller amerikanischen Punkbands. Sie haben schon auf der Beerdingung eines US-Soldaten gespielt und schwenken bei Konzerten zuhause auch mal das Star-Spangled Banner. Auf der anderen Seite sind sie die irischste aller amerikanischen Punkbands, kommen die Jungs doch auch Boston, wo der St. Patrick’s Day bis heute einer der höchsten Feiertage im Jahreslauf ist und DKM jährlich auf dem Bostoner St. Patrick-Festival auftreten. Aber Widersprüche sind im Punk ja nicht unbekannt und zumindest auf der Bühne sorgt die Universalität von Musik für Einigkeit. Auch auf dem jüngsten Album “The Meanest Of Times” bleiben sich die Jungs treu: Irish-Folk-Punk, Songs übers Trinken, die Folgen übermäßigen Whiskey-Konsums, traditionelle irische Folklore-Lieder, das Kleeblatt und natürlich die entscheidenden Vorteile, in einer harmonischen, irischstämmigen Familie aufzuwachsen. Anders gesagt: Die erste Wahl wenn es um laute, fröhliche und trinkfeste Punkmusik geht, sind und bleiben die Dropkick Murphys.

Zwischen Elektronik und progressivem Rock, HipHop und akustischem Songwriting haben Archive ein musikalisches Universum geschaffen, das seinen eigenen Gesetzmässigkeiten gehorcht. Auch ihr sechstes Studioalbum Controlling Crowds pulsiert in der Spannung zwischen Hell und Dunkel, Melodie und Noise, Aggression und Transzendenz. Rockgitarren lassen Raum für Rap, Synthesizer vereinen sich mit der Kraft der Gitarren und vertrackte Beats wechseln sich mit kompromissloser Geradlinigkeit ab. So klingen Archive im Jahre 2010, fast 15 Jahre nach Gründung der Band durch Danny Griffiths und Darius Keeler.

Harter Rock kann ganz schön pompös, Progrock sehr gewaltig und ehrfurchteinflössend sein. Wenn man Bigelf heisst und keinen Einfluss von den Beatles über Deep Purple, Black Sabbath und King Crimson bis hin zu Pink Floyd, Queen oder Gentle Giant außer Acht lässt. Wenn man sich auf die Musik konzentriert und sich nicht auf Labels, Alben, Industrie und kurzsichtige Manager verlässt. Wenn man Jahre braucht, um etwas Neues in die Plattenläden zu bringen, dann aber jedes Mal die Fans aus den Latschen kippen lässt. Wenn man das Rock-Instrumentarium erweitert um Mellotron, Moog und Hammond. Und wenn man tourt, tourt, tourt, bis die Präzision da ist, die es für die Musik und für die Show von Bigelf braucht. Psychedelischer Progrock aus Los Angeles kombiniert mit einer Freakshow, die niemand verpassen darf, der Rock und Jahrmarkt mag.

Das karge Brot der Wahrheit wird bei Element Of Crime gerne geteilt. Eigentlich ist es nicht wichtig: Wie lange es diese Band schon gibt, was sie schon alles gemacht und welche Bedeutung sie in der deutschen Musiklandschaft gewonnen hat. Nicht, dass es nicht interessant wäre: Eine Band, die 1985 beim legendären AtaTak-Label ihr erstes Album aufnahm und seither zwölf Studioalben geschaffen hat, hätte viel zu erzählen: Von Düsseldorf und dem Pyrolator, von London und John Cale, von den Anfängen in den klammen Kellern der Westberliner Postpunk-Szene. Davon wie es ist, wenn man als deutsche Band englische Texte macht und dann irgendwann in die Muttersprache wechselt. Und all die Tourgeschichten aus den 80er, 90er und 00er Jahren, und das immer mit derselben Crew, wer kann das schon bzw. wer will das schon? Element Of Crime. Eben. Die aktuelle Tournee war bis auf wenige Ausnahmen komplett ausverkauft.

Ein bisschen Punk. Ein bisschen Pop. Ein bisschen NDW. So richtig festlegen kann man sich bei der Musik von Jennifer Rostock nicht. Schnelle Drums, schrammelige Gitarre und nervige Keyboards. Irgendwo zwischen Sixties und Übermorgen. Mit intelligenten Texten zwischen Rotz und Poesie. Und live entfaltet sich der Sound nochmal auf einer ganz neuen Ebene – noch lauter, noch schneller und auf jeden Fall tanzbar. Die Show strotzt vor Selbstbewusstsein, Spontaneität und ist ganz gewiss nicht das, was man von einer vermeintlichen Deutschrock-Band erwarten würde. Im positiven Sinne!

Noch vor kurzem begnügte sich die 20-jährige Sängerin Elly Jackson mit einer Gitarre. Die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Ben Langmaid veränderte aber ihre musikalische Orientierung und statt der Gitarre wurde nun der Synthesizer zum wichtigsten Element ihrer Songs. Das Duo La Roux hat es geschafft einer schon fast tot geglaubten Musikrichtung wieder neues Leben einzuhauchen. Durch die gelungene Mischung aus 80er-Jahre Elektro-Pop à la Depeche Mode und der kräftigen Stimme von Elly Jackson schaffen sie es beim Hörer, enorme Gefühle und Emotionen zu wecken. Ihre Roboterrhythmen und die vom Synthesizer geprägten Symphonien beeindrucken sowie von Platte als auch live. Darum dürfte nun das Herz aller Synth-Pop Freunde höher schlagen denn, La Roux sind für das Hurricane & Southside Festival bestätigt.

Von den ersten Sessions im Probenraum, über die ersten Konzerte vor einer Handvoll Leuten, Support-Touren, den zweiten Platz beim Bundesvisioncontest, den Goldenen Schallplatten für die ersten zwei Alben zu den immer größeren Konzerte. Zum dritten Album “In Farbe” sagt Revolverheld-Sänger Johannes: “Inhaltlich ging es uns darum, einen positiven und optimistischen Blick auf uns und die Welt da draußen in die Songs zu packen. Wir glauben trotz der allgemeinen schlechten Stimmung und Newslage immer noch daran, dass man gerade jetzt Träume haben muss und viel erreichen kann, wenn man es nur will und dafür lebt. Es gibt viele Chancen da draußen, viel zu tun, viel zu erleben. Wir sind für dieses Album wieder ein bisschen zurück zu unseren Wurzeln gegangen, mit direkten Aussagen, mit Energie, mit Kraft, so wie wir auf der Bühne sind und so wie wir es mögen.”

Gerade veröffentlichte die schwedische Band Shout Out Louds ihr drittes Album, das den programmatischen Titel “Work” tragen wird. Auf “Work” findet sich sensibler und gewitzter Gitarrenpop mit feinen Melodien und durchdachten Arrangements. Es ist das erste Album, dass die Shout Out Louds nicht in Schweden, sondern in Seattle aufgenommen haben. Dem Klangbild der Band ist dies anzumerken. Der Sound ist erwachsener geworden.

Nachdem sich Two Door Cinema Club, eine dreiköpfige Band aus Bangor in Nord-Irland, das erste Mal mit der Club NME Tour in Deutschland präsentiert haben, gibt es Grund zur Freude: Denn diese tolle Entdeckung ist für das Hurricane und Southside Festival bestätigt. Das Trio hat allerdings noch einen vierten Mitspieler, einen Mac, der die Rhythmusgruppe übernimmt. Dieses vierte Bandmitglied sorgt für einen pulsierenden Rhythmus, über den eine Gitarre einen Sound legt, der deutlich von der Nordsee inspiriert ist, an deren Ufern Two Door Cinema Club einige Zeit verbracht haben müssen. Ihre Musik bewegt sich zwischen Death Cab for Cutie und Broken Social Scene.

The Gaslight Anthem haben sich musikalisch deutlich verändert gegenüber ihrer Debütplatte. Das hängt mit ihrem aktuellen Album zusammen, das nicht umsonst „The ’59 Sound” heißt. Da sind nicht mehr nur die Einflüsse Tom Petty und vor allem Bruce Springsteen herauszuhören, sondern auch die Musik der 50er und frühen 60er Jahre. Auch bei der Aufnahmesituation und der Auswahl der verwendeten Geräte und Instrumente sind die Jungs aus New Jersey in der Zeit zurückgegangen. Weniger Punk, mehr Rock, weniger Lärm, mehr feine Arrangements. Gewohnt souverän bleibt das Songwriting, von dem Sänger Brian Fallon einmal gesagt hat, es sei „wie ein Topf voller Geheimnisse, und niemand wird je davon erfahren”. Das Quartett aus New York kommt mit seiner Mischung aus Bruce Springsteen, Against Me, Tom Petty, Tom Tom Club und The Clash sicher auch beim Hurricane- und Southside-Publikum sehr gut an.

Man könnte denken, wer von Melbourne nach London zieht, sei verrückt. Doch die Jungs von The Temper Trap haben diesen Schritt gewagt und ihn bis heute nicht bereut. Im kalten und verregneten London wurden sie mehr als herzlich begrüßt. Der renommierte NME ernannte sie gleich zu einem der Newcomer des Jahres, was die BBC mit der Aufnahme der Band in die Liste der besten Bands „Sound of 2009″ bestätigte. Die außergewöhnlich hohe Stimme des Sängers verleiht jedem ihrer Songs Einzigartigkeit. Stilistisch bewegen sich The Temper Trap zwischen Indie-Rock, Post Punk und Alternative Rock. Aber auch elektronische Elemente, wie den Synthesizer findet man immer wieder. Wer die Aussies auf der letzten Tour verpasst hat bekommt beim Hurricane und Southside Festival noch einmal die Chance diese Top-Band live zu sehen.

Tickets für die beiden Festivalis sind derzeit für 120 Euro inklusive 5 Euro Müllpfand zu haben. Wenn ihr sie unten über unsere Eventimlinks bestellt kostet Euch das nichts extra, ihr helft uns allerdings gewaltig die Seite zu finanzieren. Danke!

Southside
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Hurricane
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5 Kommentare

      • @festivalisten Schade war die letzten Jahre am Sosi und dieses am Ring. Strokes hätten super für Kiss ins Line-up gepasst ;)

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