Was sich über die Woche schon abzeichnete ist nun Gewissheit. In 2010 misslingt der Versuch dem X-Factor Gewinner an Weihnachten die Chartposition 1 zu entreissen. Matt Cardle hat mit seiner Version von Biffy Clyros „Many Of Horror“ ungefährdet die Spitzenpostition gesichert. Genugtuung für Englands Musikmogul Simon Cowell.

Die heute Abend erschienen Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. 439.000 Kopien der Single konnte Matt Cardle binnen der ersten Woche absetzen. Das sind zwar rund 11.000 Verkäufe weniger als die schmierige X-Factor-Single aus dem letzten Jahr ereichte, aber es hat leicht gereicht um Rihanna mit „What’s My Name“ (300.000 Verkäufe) zu distanzieren.
Die erfolgversprechenste Internetkampagne „BIRD is the WORD for UK Christmas number 1 2010 to beat X-Factor“ mit 632.000 Fans kam nur auf enttäuschende 70.000 Verkäufe ihres Songs „Surfin Bird“ und landete damit auf Rang 3. Rage Against The Machines „Killing In The Name Of“ hatte sich im letzten Jahr 502.672mal verkauft.

Was ist dieses Jahr schief gelaufen?
Rage Against The Machines Song war gesellschaftskritisch, hatte eine Aussage. Die kann man Surfin Bird nun wirklich nicht unterstellen. Obwohl die Facebook-Gruppe ähnlich viele Fans anzog wie die erfolgreiche Kampagne im letzten Jahr, engagierten sich viel weniger davon im eigentlichen Chartrennen. Kann am Song gelegen haben, oder vielleicht auch am mangelnden Mediensupport. Andere Initiativen wie Rage Against The Cage oder die, die den Original Biffy Song supporteten, erhielten zwar mehr Presseecho, performten allerdings noch schlechter. Zu viele Köche verderben den Brei. Möglicherweise wäre man besser gefahren, wenn man sich zu einer grossen Gegenbewegung zusammengeschlossen hätte.
Neben der möglicherweise schlechten Songwahl der Gegner und deren Zersplitterung hat vielleicht auch der X-Factor dazugelernt. Biffy Clyro Drummer Ben Johnston bezeichnete Matt Cardles „Many Of Horror“ Interpretation zwar als surrreal, aber der Song war weit weniger schnulzig als man es vom X-Factor aus den Vorjahren kannte. Biffy Clyro Fans dürften Cardle verdammen, aber dem gemeinen englischen Musikfreund gab der Song weit weniger Angriffsfläche für Kritik als seine Vorgänger.

Was bleibt?
Das es auch im nächsten Jahr wieder die ein oder andere Gegenkampagne zum X-Factor-treiben geben wird, dürfte sicher sein. Und wenn die Musikindustrie sie selber anleiern muss. Schliesslich profitiert sie letztlich direkt durch gestiegene Umsätze.

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