Mit dem neuen Beastie Boys Song “Make Some Noise” startete heute morgen 6:30 Uhr der neue Sender zdf.kultur, ehemals ZDF-Theaterkanal. Adressiert werden soll der Pop-Kultur-Zuschauer zwischen 20 und 40 Jahren. Es ändert sich also nicht nur der Name, sondern gleich das ganze Programm. Schon im Vorfeld lies der Sender aufhorchen: Man wird sich im Sommer 7 Festivals zur Brust nehmen. Das ist schön, aber auch generell macht man uns Hoffnung kontemporäre Musik wieder besser in der deutschen TV-Landschaft zu verankern. Bis zu 60 Stunden davon jede Woche versprechen die Senderchefs. Und das ohne jegliche Werbeunterbrechungen.

Der Starttag lässt das Herz eines jeden Konzertfans schonmal aufblühen. Man brennt ein Feuerwerk an Mitschnitten ab. The Kooks machen den Anfang um 13:30 Uhr, gefolgt von Björk (14:20 Uhr), Muse (15:20 Uhr), Blur (16:20 Uhr), Stereophonics (17:20 Uhr), Placebo (18:10 Uhr) und Rihanna (20:15 Uhr).
Am Sonntag dann warten Nick Cave And The Bad Seeds (6:30 Uhr), David Gilmore (8:20 Uhr), Van Morrison (9:20 Uhr), Toto (10:05 Uhr), Eric Clapton (10:50 Uhr) und ZZ Top (11:50 Uhr) auf Zuschauer.

Um den Optimismus etwas zu dämpfen: Diese Konzertfrequenz wird an den Folgetagen nicht aufrecht erhalten. Wie auch.
Der Sender hat einen relativ überschaubaren Etat von 12,6 Million Euro, der den Handlungsspielraum einschränkt. Nächstes Jahr sollen es dann knapp 20 Million sein. Etwas mehr als 150 Mitarbeiter kümmern sich ums Programm, sind aber teilweise Leiharbeiter aus den Kulturredaktionen von Arte und 3sat.

Zu Zeiten der Festivals wird zdf.kultur sicher zu unserem absoluten Liebling mutieren, ob das für den Rest des Jahres dauerhaft auch zutreffen wird, bleibt abzuwarten.

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