Britischer Abschluss

Zwei weitere Bands stehen auf dem Programm, danach ist das Southside Festival 2013 zumindest musikalisch Geschichte. Beide Bands sind auf der Insel längst Headliner, beide haben schwerst arrogant wirkende Bandköpfe.

Kasabian (Foto: Thomas Peter)

Das zeigt sich etwa als Tom Meighan, Sänger von Kasabian, die erste halbe Stunde seine Ansagen an das Hurricane Festival richtet. Umso großartiger sind dann die Entschuldigungen, als ihm bei einem Songwechsel der Fehler mitgeteilt wird: “I’m in a fuckin’ rock band, i don’t know”. Ansonsten ist die Show aber rund. Unglaublich wie viele Hits diese Band mittlerweile einfach hat. Und dann covern sie noch “Praise You” von Fatboy Slim, mündend in “L.S.F.”. Großartig. Eine Notiz für die Band, sollte sie mitlesen (haha): Für meine persönlichen Konzerterlebnisse würde es wohl nicht schaden, “Fire” nicht immer noch an das Ende des Sets zu packen. Aber das nur nebenbei.

Headliner drei des Southside Festivals, und zum zweiten Mal steht Josh Homme auf der Bühne. Zumindest im übertragenen Sinne: Dass er die Arctic Monkeys produziert hat, wissen alle Festivalisten, die mal Kraftklub gehört haben. Also alle. Es würde aber auch langen, das kürzlich erschienene Lied, “Do I Wanna Know?” anzuhören. Damit wird das Set auch eröffnet.

Schnell wird mir klar: Was ich bisher kannte, waren die Jungs von Arctic Monkeys. Jetzt stehen da verdammte Rockstars. Was für eine Entwicklung. Das kann man auch als nicht 16-jähriges Indie-Groupie-Girl anerkennen. Die leuchtende Konstruktion “AM” weist den Weg zum gleichnamigen neuen Album, das im Herbst erscheinen wird. Seit diesem Konzert freue ich mich noch sehr, sehr viel mehr darauf.

Mit “505” geht das Set der Arctic Monkeys zu Ende. Für mich ein gelungener Festivalabschluss.

Alltag? Meh.

Foto: Thomas Peter

Am nächsten morgen geht es, weitgehend ohne Schlaf, los zum Shuttlebus, der um diese Zeit noch relativ leer ist. Im Zug dagegen hätten sich die Festivalisten stapeln können ohne genügend Platz für das Gepäck zu haben. Ab Ulm drohen bei jedem Stopp die Gepäckteile aus dem Zug zu fallen. Andere Fahrgäste, großteilig auf dem Weg zur Arbeit, üben sich im Fluchen. Eine Gruppe aus Wien sitzt im Abteil, die Hinfahrt dauerte mehr als 10 Stunden, erzählen sie.

In München dann, neben einem Mann im Anzug sitzend, der seinen angewiderten Blick kaum verbergen kann, kommt zumindest kurz die wiederkehrende Frage “Warum mach ich das eigentlich?” auf. Aber wenn ich dann einige Stunden später meine Gedanken sammele, meinen Nachbericht verfasse und noch einmal überfliege denk ich mir: “das wars wert”. Für das diesjährige Southside gilt das ganz besonders.