Endlich vorbei. Der geständige Lostprophets Sänger Ian Watkins wurde heute in Cardiff zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. 29 (+6 Jahre) soll er weggeschlossen werden – eine Entlassung ist erst möglich, nachdem 2/3 der Zeit abgesessen wurde.

Vergangenen Monat hatte sich Watkins zu den unappetitlichen Pädophilie-Anschuldigungen geäussert, die Ende  letzten Jahres zur Inhaftierung geführt hatten. Im Grunde bestätigte er so ziemlich alle Vorwürfe, unter anderem den Versuch, ein Baby zu vergewaltigen.

Gemäss des Gerichtsreports von walesonline.cu.uk hatte die Anklage Watkins vor der Urteilssprechung vorgeworfen, kaum Reue zu zeigen und eine „signifikante Gefahr“ für junge Frauen uns Kinder dazustellen. Auch habe er seine Fans schon immer als „Sexobjekte“ betrachtet.

Seine Verteidigerin hatte argumentiert, Watkins sei jahrelang mit Nachrichten von Fans und Verehrern bombardiert worden. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Wochen. Einige davon seien „extrem anzüglich“ gewesen. Auch habe Watkins wegen seiner damaligen Drogensucht kaum noch echte Erinnerungen an viele der fraglichen Anklagepunkte.

Ein von den Behörden mitgehörtes Telefonat nach seinem Geständnis letzten Monat lässt Watkins in einem extrem schlechten Licht dastehen. Es wirkt als habe er den ernst der Lage auch nach 11monatiger Haft einfach nicht verstanden. Er hätte das Geständnis nur abgelegt um einem Prozess zu entgehen, liess er seinen Gegenüber damals wissen. Die Anklage bezeichnete er abfällig als „mega lols“. Dementsprechend niedergeschlagen soll Watkins heute das Urteil aufgenommen haben – er rechnete wohl mit einer weitaus milderen Strafe.

Doch die Beweislast scheint erdrückend. Zu einem Video, das Watkins Versuch zeigt, ein Baby zu vergewaltigen, vermochte selbst seine Verteidigung nichts entkräftendes beizusteuern: „Er (Watkins) war sehr geschockt als er es sah und konnte nicht glauben, dass er an solch einer Aktivität partizipiert hat.“