Kaum sind die letzten Töne des Set der Black Keys verklungen, eröffnet Ed Sheeran mit einer beachtlichen Live-Version seines Songs “You Need Me, I Don’t Need You” und ebenso beachtlichem Gekreische sein Set. Man sagt immer, man solle dem Hype keine Glauben schenken, doch mal ehrlich – welche Künstler bleiben denn dann heutzutage noch übrig?
Während das Debüt “+” über weite Strecken sehr ruhig ist und ich persönlich in der richtigen Herzschmerz-Stimmung sein muss, um mir das gesamte Album anhören zu können, bietet sich live ein ganz anderes Bild: Ed Sheeran ganz in seinem Element, nur mit seiner Gitarre und den Fans als euphorischem Chor.
Wie Ed sehr sympathisch schüchtern kommentiert ist sein zweites Album “Multiply” seit dem heutigen Tag in Deutschland erhältlich und mittlerweile in ganzen 65 Ländern auf der Top-Position der Charts. Live konnten die neueren Stücke gegen Songs wie “Lego House”, “Grade A”, “Drunk” oder “Give Me Love” noch nicht ankommen, allerdings ist das wohl auch eher eine Frage der Gewöhnung – spontane Begeisterung jedoch, lösten sie nicht unbedingt bei mir aus.
Alles in Allem ein gewohnt souveräner Auftritt, der trotz geringerer Lautstärke gegen das Set von Seeed auf der benachbarten Green Stage ankam. Etwas schade, wenn man eigentlich den zarten Tönen von “I See Fire” lauschen möchte und stattdessen einer feindlichen Übernahme durch “Augenbling” erliegt – aber auch so etwas gehört leider zu Festivals dazu.

“Rock im Park 2013 Reloaded” mit Seeed und Fettes Brot direkt hintereinander. Hits, Hits, Hits zu später Stunde. Viel Peter Fox Solo abgewandelt zu Seeed, ein paar “Bretter” wie “Dickes B”, “Ding” und “Dancehall Caballeros” leider in langsameren Versionen und im Anschluss gleich auf der anderen Bühne “Erdbeben”. Man muss es nicht mögen, man darf es aber respektieren – auch wenn Seeeds vermeintlich lässige Choreographie teils ein bisschen zu sehr an Culcha Candela erinnert… das will doch wirklich niemand.
Ich kann nur aus Erfahrung der Auftritte des letzten Jahres sprechen, wenn ich sage, dass man auch als nicht Die-Hard-Fan einmal in seinem Leben auf jeden Fall zu “Schwule Mädchen” über ein Festival bouncen sollte.

Der erste schon sehr lange Tag endet für mich im Zelt der Red Stage mit einem entspannten, fast schon zu entspannten Set von Belle and Sebastian. Irgendwann sehe ich mich von der Müdigkeit übermannt und kann den kunstvoll auf die Bühne gebrachten Indie-Pop der Schotten einfach nicht mehr wertschätzen.
Ab ins Bett. Der Samstag verspricht anstrengend zu werden.

Fortsetzung folgt.