14. April, 16:00 Uhr

Frankreich schliesst Grenzen bis mindestens 1. September

Gestern abend trat Präsident Macron vor sein Volk und verlängerte die aktuell geltenden Einschränkungen bis zum 11. Mai. Noch viel länger plant er die Schliessung der Grenzen im Schengenraum. Laut Macron bleibt die Einreise zumindest soweit es Frankreich betrifft bis mindestens 1. September verboten. Es braucht also nicht zwangsläufig Veranstaltungsverbote, um Festivals zu kippen. Grenzen geschlossen halten und die Einreise von internationalen Bands verhindern funktioniert genauso gut.

In der Folge hagelte es am Morgen Absagen. Auf das Festival Art Rock (Ende Mai) und Les Eurockeennes (Anfang Juli) folgte wenig später auch das Mainsquare (ebenfalls Anfang Juli).

Das Eurockeennes hat mit einem offenen Defizit von rund 1 Mio Euro zu kämpfen. Um zu Überleben braucht das Festival finanzielle Unterstützung von Förderern/Sponsoren und der öffentlichen Hand.

09. April, 10:20 Uhr

Frankreich unterbindet Hellfest

Wie genau die Regeln in Frankreich sind, konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen. Fakt ist aber: Das am Southside/Hurricane-Wochenende vom 19.-21. Juni in Clisson angesetzte Hellfest ist behördlich verboten worden und vertagt sich in 2021.
(Quelle)

08. April, 23:30 Uhr

Bundestag beschliesst Gutscheinlösung

Wahrscheinlich nächste Woche werden auch wir in Deutschland erfahren, dass der komplette Festivalsommer ausfällt.
Das Bundeskabinett hat nun schon einmal Regelungen für diesen Fall getroffen. Konkret: Bei pandemiebedingt abgesagten Veranstaltungen kann der Veranstalter dem Kunden einen Gutschein über den Kartenpreis ausstellen statt ihn auszuzahlen. Die Regelung gilt für vor dem 8. März 2020 erworbe Tickets.

In Bezug auf Festivals wird das dann wohl so laufen, dass die Veranstalter den Kunden anbieten ihr Ticket kostenfrei und ohne potentielle Presisteigerungen auf das nächste Jahr zu übertragen.
(Quelle)

Karl-Heinz Brozi, Geschäftsführer des SummerJam, hat sich in den Tagesthemen geäussert:
“Neben den Künstlergagen, die wir schon Vorkasse bezahlt haben, haben wir auch Betriebskosten. Unser Laden läuft seit einem dreiviertel Jahr auf hochtouren, um dieses Programm für 2020 zusammenzukriegen. Wenn wir jetzt diese Karten wieder zurückerstatten müssten, hätten wir mehr Aufwand und darüber hinaus viel weniger Kapitaldecke.”
Er wünscht sich -wie wohl alle- schnelle Klarheit bei Anstaltungsverboten durch die Behörden: “Wir müssen Bühnen bauen, Zaunbau, Elektriker. In kürzester Zeit bauen wir hier eine Kleinstadt mit bis zu 30000 Gästen. Diese Aufträge müssen wir erteilen – ansonsten haben auch die (beteiligten) Firmen keine Planungssicherheit.”
(Quelle)

06. April, 22:00 Uhr

Roskilde Jubiläum muss ausfallen, Northside auch

Die dänische Regierung hat ein Verbot für Grossveranstaltungen bis zum 31. August 2020 verhängt. Das heisst konkret: In Dänemark fällt der komplette Festivalsommer flach.

Kurz nach dem Roskilde kündigt an Abend daher auch das Nothside das Ende der Planungen für diesen Sommer an. Andere wie beispielsweise das Copenhell haben sich noch nicht zu Wort gemeldet.

06. April, 16:15 Uhr

Nova Rock abgesagt

Auf der heutigen Pressekonferenz hat Bundeskanzler Kurz den weiteren Weg Österreichs durch die Krise skizziert. Dabei wurde klar: Ein Festival wird es bis mindestens Ende Juni nicht geben. Darauf reagiert das Nova Rock umgehend und sagt die Ausgabe 2020 ab.

Somit ist nun also das erste grosse Junifestival im deutschsprachigen Raum abgesagt. Gleich wird Kanzlerin Merkel vor die Presse treten. Mal sehen, ob auch sie einen definitiven Ausblick auf die Zeit nach Ostern gibt.

26. März, 13:30 Uhr

Junifestivals: Download UK und Isle Of Wight abgesagt

Die britischen Grossfestivals gehen weiter voran – seit eben sind mit dem Download UK und dem Isle Of Wight zwei für Mitte Juni geplante Festivals für 2020 abgesagt. Das Glastonbury hatte schon letzte Woche aufgegeben.

22. März, 12:45 Uhr

Virologe Drosten: “Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.”

Mittlerweile haben alle renommierten “Influenzer”-Virologen des Landes sich zu grossen “Spassveranstaltungen” geäussert. Sowohl Alexander Kekulé als auch Christian Drosten pflichten Schmidt-Chanasit bei. Alle drei sehen dieses Jahr keine Grossveransaltungen mehr ablaufen.

Drosten gegenüber dem Stern:
“Ich glaube überhaupt nicht dran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fussballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben. Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten.
Quelle

20. März, 10:15 Uhr

Südkorea: 1/4 der Virusträger sind 20-29 Jahre alt

In Deutschland wird man auf den Koronavirus getestet, wenn man eine starke Symptomatik zeigt. In Südkorea dagegen wurde flächendeckend und symptomunabhängig getestet. Erkenntnis: Über 1/4 der Infizierten sind 20-29 Jahre alt. Rechnet man die Gruppe der 10-19jährigen noch dazu stellt diese Gemeinschaft 1/3 aller registrierten Fälle in Südkorea.
Sie alle fallen bei uns durchs Raster, weil sie kaum oder nur geringe Beschwerden haben. Aber: Junge Leute haben viel mehr Sozialkontakte als ältere und agieren deshalb als “Turboüberträger”, die nur sehr selten ernsthaft krank werden.
Quelle

Das sind natürlich keine guten Nachrichten für uns Festivalisten. Denn die 18-29jährigen stellen nunmal den Grossteil des typischen Festivalpublikums. Bleibt es beim ausgegebenen Ziel die Zahl der Infektionen möglichst gering zu halten, um jedem schwer Erkrankten die bestmögliche medizinische Versorgung garantieren zu können, wird es kaum möglich sein junge Leute zu einer “Coronaparty” alias Festivalwochenende zusammenzuziehen.

20. März, 9:47 Uhr

Virologe Schmidt-Chanasit: “Spassveranstaltungen müssen ganz zum Schluss kommen”

Schmidt-Chanasit ist derzeit einer der prominenten Virologen, die von Medien herangezogen werden. Der NDR Sportclub hat ihn gefragt: Wie schaut es aus mit Fussball? Seine Antwort gilt mit Abstrichen auch für andere Grossveranstaltungen.

“Spassveranstaltungen müssen ganz zum Schlulss kommen. Gerade die, wo ein Potential besteht, dass Leute sich wieder treffen wollen… ich glaube, dass wir da im April lange nicht drüber reden können. Wir sprechen jetzt nicht  über die nächsten Wochen, sondern über die nächsten Monate. Ich gehe fest davon aus, dass das (Bundesliga) sicherlich erst nächstes Jahr wieder stattfinden kann.
Selbst wenn es uns nicht so schlimm treffen sollte wie Italien,… heisst das ja noch lange nicht, dass der Fussball wieder anfangen darf. Weil das würde wieder zu einer deutlichen Verschärfung der Situation führen. Wir sprechen hier sicher erst über einen Zeitraum, der nächstes Jahr erreicht werden kann.
Es werden mehrere (Infektions)Wellen kommen. Es lässt sich ganz schlecht planen wie die Effekte sein werden. Ich hab das ja am Anfang begründet, warum der Fussball sicherlich erst ganz zum Schluss kommen wird – weil er eben doch einen sehr starken Einfluss auf die Dynamik der Ausbreitung hat.”
Quelle

17. März, 19:47 Uhr

Gerücht: Glastonbury kurz vor Absage

In Zeiten in denen in Bayern der Ausnahmezustand ausgerufen und die Fussball Europameisterschaft in 2021 verschoben wird, wird langsam auch die Luft für Junifestivals dünner.

Seitdem eine Tochter und die Grossenkelin von Glastonburygründer Michael Eavis vor wenigen Stunden auf ihren privaten Social Media Accounts mehr oder weniger die Absage des 50jährigen Jubiläums vorhergesagt haben sollen, überschlägt sich die britische Festivalszene. eFestivals spricht auf Twitter von einer weiteren vertrauenswürdigen Quelle, die das Aus für 2020 ebenfalls bestätigt.
Von offizieller Veranstalterseite steht ein Statement noch aus.
Quelle

Man fragt sich natürlich: Warum sollte diese Absage jetzt kommen? So kurz nach dem Lineup Release und immerhin 3 Monate vor dem avisierten Auftakt auf der Worthy Farm.
Möglicherweise ist aber einfach jetzt schon absehbar, dass sich die Situation mittelfristig nicht normalisieren wird. Überraschend wäre es nicht. Denn selbst wenn die erste Infizierungswelle bis Juni abgeebt sein sollte, vom Robert Koch-Institut hiess es heute: man rechne damit, dass die Krise uns bis zu 2 Jahre lang begleiten könnte.

15. März, 19:05 Uhr

Österreich hebt Versammlungsfreiheit auf

 

15. März, 11:05 Uhr

Österreich hebt Versammlungsfreiheit auf

 

14. März, 19:04 Uhr

Berlin schreitet voran: Veranstaltungen ab 50 Personen untersagt

13. März, 18:23 Uhr

Schottland: BBC Radio1 Big Weekend Ende Mai abgesagt

Einschläge kommen näher.
Die BBC streicht das vom 22.-24. Mai angesetzte Radio1 Big Weekend im schottischen Dundee nach Rücksprache mit den lokalen Behörden.
Quelle

12. März, 22:30 Uhr

Angela Merkel: Alle nicht notwendigen Veranstaltungen absagen

“Wir sind in einer aussergewöhnlichen Situation” sagte Angela Merkel am Abend. Nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Länder fordert sie, die Regelungen nochmals zu verschärfen. Nur notwendige Veranstaltungen sollen stattfinden, alle anderen nicht. Bei dieser neuen Bewertung soll es egal sein wie viele Besucher erwartet würden.
Das letzte Wort aber haben in unserem föderalen System nach wie vor die Länder selbst.
Quelle

Die exponentielle Ausbreitung des Virus setzt sich indes fort. Binnen 24 Stunden stieg die Zahl infizierter Personen von 1567 auf 2369 – eine Zunahme von 800.
Visualisiert

12. März, 21:51 Uhr

Das Innenleben eines coronageplagten Veranstalters

Die Nerven liegen blank – auch bei den Veranstaltern. Beispielhaft: Koopman Concerts & Promotion.
Politik und nörgelnde Fans scheinen tiefe Spuren hinterlassen zu haben. Mit einem eindringlichen Appell wendet sich Koopman Concerts & Promotion ans investierte Volk.
Forderung: Egoismus zurückschrauben, auch mal an die anderen denken.
Quelle

12. März, 20:22 Uhr

Billboard.com: Live Nation plant alle Konzerttermine bis Ende März zu verschieben

Laut billboard.com steht eine Live Nation Ankündigung kurz bevor. Glaubt man dem Brancheninsider wird der Veranstalter alle Konzertermine/aktive Touren bis vorerst Ende März in die Zukunft verschieben.
Anfang April wolle man die Situation neu bewerten und möglicherweise im Mai oder Juni das Touren wieder aufnehmen.

Live Nation veranstaltet in Deutschland Festivals wie Rock am Ring, Rock im Park, Wireless oder auch das Lollapalooza.
Quelle

Update: Pollstar geht weiter ins Detail. Es gäbe eine breite Allianz der grössten (amerikanischen) Veranstalter, um die Krise zu managen. Neben Live Nation Entertainment sei auch Platzhirsch AEG Presents mit im Boot.
Quelle

12. März, 19:57 Uhr

Finnland: Eventverbot bis Ende Mai

Am Morgen untersagte Finnland Veranstaltungen ab 500 Personen. Wie das Tuska Festival seine Follower am Abend wissen lässt, gilt diese Einschränkung bis Ende Mai. Das heisst: Noch ist das Ende Juni geplante Open Air nicht akut gefährdet.
Allerdings ist es der längste, fest terminierte Krisenmodus in Europa, der mir aktuell bekannt ist.
Quelle

11. März, 20:35 Uhr

Snowbombing abgesagt

Wie gestern berichtet, setzt Österreich auf sehr strikte Regelungen. Zwar gelten die zunächst nur bis 3. April, aber die Behörden haben dem Veranstalter SBH Events Ltd. singalisiert, dass auch das Snowbombing in Mayrhofen Mitte April nicht stattfinden wird können. Darum hat man sich entschieden, jetzt die Absage zu kommunizieren.
Wer sich ins Snowbombing eingekauft hat, kann sein Paket zurückgeben, den Urlaub ohne den Festivalteil antreten oder seine Buchung auf 2021 übertragen.
Quelle

11. März, 20:12 Uhr

Sachsen untersagt Grossevents auf unbestimmte Zeit

Sachsen, Home of Highfield, hat nachgezogen und untersagt nun ebenfalls Grossveranstaltungen. Neu dabei: Der Beschluss gilt auf unbestimmte Zeit.
Andere Bundesländer hatten angekündigt, ihre Beschränkungen nach 30 bzw. 40 Tagen überprüfen zu wollen.
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11. März, 17:40 Uhr

Diverse Veranstalter äussern sich

Offenbar als Reaktion auf die Coachella-Verschiebung melden sich heute verschiedene Veranstalter zu Wort. Unter anderem wenden sich FKP Scorpio, Nova Music Entertainment, Rock Harz an ihr Publikum.
Grundtenor: Stand jetzt plant man die Festivals durchzuführen und sieht auch kein Problem. Gleichzeitig stehe man aber in engem Kontakt mit den Behörden, die letztlich über die Schicksale der Festivals entscheiden werden. Sollte sich etwas ändern, wird man sich rechtzeitig melden. Karten sollen im Fall der Fälle dort zurückgegeben werden können, wo sie gekauft wurden.

Wie schrill und volatil die Situation aktuell wirklich ist, zeigt der Blick zum Fussball. Heute Morgen um 10:30 Uhr noch hiess es seitens der Frankfurter Behörden bei einer eigens anberaumten Pressekonferenz, es spreche trotz der 1000-Personen Vorgabe nichts gegen ein UEFA Euro League-Spiel mit Fanbeteiligung morgen. Nur 5 Stunden später hat sich die Situation angeblich grundlegend geändert – so auch die Bewertung. Das Spiel gegen Basel findet nun doch ohne Zuschauer statt. Keine Pointe.

11. März, 0:45 Uhr

Coachella um 6 Monate aufgeschoben

Einen Monat vor dem ersten Coachella Wochenende zieht Veranstalter Goldenvoice die Notbremse. Die Festivals werden um 6 Monate aufgeschoben und sollen im Oktober 2020 nachgeholt werden.
Quelle

Wir bekommen heute einen groben Fingerzeig, wie weit im Vorfeld generell mit einer Absage/Aufschiebungsmitteilung für Festivals zu rechnen ist.

10. März, 16:00 Uhr

Santana sagt Tour ab

Weil viele europäische Länder Veranstaltungen ab 1000 Personen verbieten, verschiebt Santana seine anstehende Europatour.
Die für 22.3. in München und 23.3. in Köln geplanten Konzerte sollen 2021 nachgeholt werden.
Quelle

Weitere internationale Acts dürften es ihm in den nächsten Tagen gleich tun.

10. März, 15:50 Uhr

Österreich untersagt Indoor Events ab 100 Personen

“Grössere Veranstaltungen” werden massiv zurückgefahren. Dabei gilt Indoor ein Verbot von Events bereits ab 100 Personen, outdoor dürfen es 500 sein.
Die Massnahme soll zunächst bis Anfang April gelten.
Quelle

10. März, 11:30 Uhr

Bayern verbietet Events mit 1000+ Besuchern

Die Schwarz-orangene Regierung in Bayern macht ernst und sagt bis Karfreitag (10.04.) alle Veranstaltungen ab, die auf 1000 oder mehr Besucher ausgerichtet sind.
Quelle

Als Typ mit naturwissenschaftlichem Hintergrund fällt es mir zunehmend schwerer, die Wand zu ignorieren, auf die der Festivalsommer ungebremst zufährt.
Ja, wird mancher sagen, das Veranstaltungsverbot gilt doch erstmal nur in Bayern und bis 10. April. Darauf kann ich nur antworten: Was spricht dafür, dass es danach gekippt und nicht räumlich und zeitlich ausgeweitet wird? Wie wir seit gestern wissen, wird der Sommer samt Hitze dem Virus wahrscheinlich nicht zurückdrängen können.
Mitte April werden wir ein vielfaches an Infektionen haben und auch die Zahl der Toten wird angestiegen sein. Beides wird nicht dafür sorgen, dass die Politik grosse Events weniger kritisch betrachten wird. Im Gegenteil.

Glaubt mir: ich würde mich in diesem Fall sehr gerne irren. Aber der Wissenschaftler in mir sagt: sei realistisch.

09. März, 13:55 Uhr

Chef-Virologe der Charité : Saisonaler Effekt wohl nicht so gross

Chef-Virologe der Charité, Christian Drosten, bezieht sich in der wöchentlichen Bundespressekonferenz von Jens Spahn auf eine neue amerikanische Studie: Er glaubt, daraus lesen zu können, dass man bei SARS-CoV-2 nicht davon ausgehen sollte, der Sommer würde es massiv zurückdrängen.
“Wir müssen wohl damit rechnen, dass wir direkt in eine Epedemiewelle hineinlaufen werden. Das liegt einfach daran, dass man gesehen hat -anhand von komplexen Analysen von Virusinfektionen mit verwandten Viren- dass der saisonale Effekt nicht so gross ist wie auf einige andere Erkältungsviren – und auch dass der Effekt auf die Ausbreitungsgeschwindigkeit wahrscheinlich ein kleiner ist.”
Auf spätere Nachfrage:
“Natürlich wird es auch bei diesem Virus so sein, dass uns das Frühjahr und die Temperatur hilft. Nur ist es so: da gibt es eine neue Studie, die suggeriert, dass das was wir da gewinnen kein absoluter Gewinn sein wird. Wenn das so von selbst läuft, kann man sagen: bei der Zahl 1er infiziert 3 Neue ist es am Ende vielleicht ein halber weniger, der infiziert wird. Das wird uns Rückenwind geben bei den Eindämmungsmassnahmen. Aber man darf nicht erwarten, dass das dann von selbst zum Stillstand kommt.”
Quelle (ab ca Minute 13)

08. März, 18:20 Uhr

Spahn empfiehlt: Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen absagen

Vor 2 Stunden meldete sich Gesundheitsminister Jens Spahn zu Wort und formulierte per Twitter: “Nach zahlreichen Gesprächen mit Verantwortlichen ermuntere ich ausdrücklich, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis auf Weiteres abzusagen.”
Das letzte Wort behalten aber lokale Behörden. So legt es das Infektionsschutzgesetz IfSG fest.

08. März, 15:09 Uhr

Erstes US-Festival abgesagt: SXSW findet nicht statt

Hunderdtausende Menschen wollten kommende Woche in Austin/Texas beim South By South West -kurz SXSW- zusammenkommen. Kurzfristig wurde der Veranstaltung rund um Musik, Film und Technologie am Freitag von städtischen Behörden der Stecker gezogen.
Im Vorfeld der Entscheidung waren Stadt und Veranstalter massiv unter Druck geraten. Eine Petition, das Festival zu stoppen hatte zuletzt 50.000 Unterzeichner und immer mehr nahmhafte Firmen wie Apple, Facebook, Twitter und TikTok sagten ihre Teilnahme ab.
Quelle

04. März, 17:48 Uhr

Nachgefragt bei Rock im Park Veranstalter Argo Konzerte

Nordbayern.de hat beim lokalen Veranstalter von Rock im Park, Argo Konzerte, nachgefragt. Frage: Wackelt Rock im Park? Die Antwort konnte man sich denken und wird so wohl noch von einigen anderen Festivals kommen: Ja, aber..
Was soll sie auch sagen? Derzeit kann man nur sagen: So ziemlich alle Messen und Indoorveranstaltungen werden abgesagt. Wie es in 3 Monaten ausschaut ist abhängig von der Entwicklung der Epedemie.

Konkret wird Frau Popp aus der Marketing und PR-Abteilung so zitiert: “Nach derzeitigem Stand finden alle geplanten Veranstaltungen und Events – auch Rock im Park – statt. Sollte sich an der aktuellen Lage etwas ändern, entscheiden die Gesundheitsbehörden vor Ort über mögliche Konsequenzen.”
Quelle

03. März, 9:34 Uhr

Bang Your Head Veranstalter äussert sich

Als erster mir bekanntes Festival bezieht der Veranstalter sich des Bang Your Head/Rock Of Ages zu Wort Stellung. Man sehe “Nach dem aktuellem Stand der Dinge (…) keine Veranlassung anzunehmen, dass Sommerveranstaltungen unter freiem Himmel wegen einer möglichen Pandemie nicht stattfinden können. Wir erwägen also auch nicht, das BANG YOUR HEAD!!! oder das ROCK OF AGES abzusagen.”
Die aktuelle Berichterstattung empfindet der Veranstalter als reisserisch und verunsichernd. Es würden unnötige Ängste geschürt.
Man verfolge das Geschehen und werde “mit der nötigen Umsicht entscheiden und handeln, wenn es tatsächlich angebracht sein sollte. Das ist derzeit aus unserer Sicht aber nicht der Fall.”

Ich verstehe, dass man als Veranstalter so ein Statement veröffentlicht. Schliesslich will man noch ein paar Karten verkaufen und die Leute beruhigen. Als jemand mit biologischer Ausbildung empfinde ich es aber gerade auch etwas naiv. Zumal in ganz Europa eine grosse Veranstaltung nach der anderen abgesagt wird.

02. März, 16:34 Uhr

Virus=shit

Ironie des Schicksals. Ich lieg selbst mit einer Virusinfektion im Bett und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben. Updates darum seltener und verzögert.

Was am Wochenende geschah:
In Frankreich sind Indoor Events mit mehr als 5000 Besuchern vorerst gestrichen. Stichwort: Klimaanlage/Luftumwälzung. Das ist eine sehr milde Grenze.

Am Donnerstag schon erklärte Virologe Alexander Kekulé bei quer: “Wie es weitergeht entscheidet sich in den nächsten 3 Wochen. Wenn es wärmer wird, wollen sich diese Viren nicht mehr so verbreiten. Bis dahin müssen wir Zeit kaufen.”
Das ist ein Faktor, der neben der Zeit Festivals in die Karten spielen könnte. Je später im Sommer, desto besser. Ausserdem handelt es sich bei den schweren Krankheitsfällen so gut wie nie um die eigentliche Zielgruppe, Jugendliche. Sie würden allerdings als Überträger fungieren.
Was Kekulé aber auch sagt: Die Coronaerkrankung ist 10mal schlimmer als die Grippe. Dem widersprach aber heute Kollege Christian Drosten bei einer Bundespressekonferenz. Covid-19 sei wahrscheinlich nicht viel tödlicher als ein normales Grippevirus.
Einer Einschätzung dieser PK und Herrn Drosten widerspricht wiederum Kekulé: Er hält nichts von der Theorie, es müssten sich sich im Laufe einer möglichst langen Zeit 60-70% der Deutschen mit dem Virus anstecken, um die Ausbreitung danach dank einer erworbenen Immunität zu reduzieren.
Kekulés Vorschlag zur Reduzierung der Infektionsrate heute: 14 Tage “Coronaferien” in den Schulen.

Wir erkennen: Die Wissenschaft weiss lange noch nicht alles über Covid-19 und ist sich daher in mancher Einschätzung absolut uneins.

28. Februar, 21:44 Uhr

Krisenstab: “Unmittelbar bevorstehende internationale Grossveranstaltungen sollten abgesagt werden”

Sitzung des Krisenstabs beendet. Bei der Risikobetrachtung von Grossveranstaltungen sollen ab sofort die “Prinzipien des Robert Koch-Instituts” angewendet werden. Was aber heisst das? “Unmittelbar bevorstehende internationale Grossveranstaltungen sollten abgesagt werden”.

Bevor sich Panik breit macht: Zwar halte ich die meisten mittelgrossen Festivals durchaus für internationale Grossveranstaltungen; erst Recht natürlich Rock im Park und Rock am Ring Anfang Juni bzw. wenig später im Kalender Southside und Hurricane.
ABER: Der Juni ist noch weit und meiner Meinung nach nicht als “unmittelbar bevorstehend” zu bezeichnen. Keiner kann sagen, wie sich die Krise in 3 Monaten darstellt.
UND: Vorerst ist das nur die Meinung des Krisenstabs der Regierung. Die Entscheidungsgewalt liegt aber derzeit noch allein bei den lokalen Behörden.

28. Februar, 20:00 Uhr

Tourismusmesse ITB abgesagt / Krisenstab berät Umgang mit Grossveranstaltungen

Die erste grössere Veranstaltung in Deutschland wurde abgesagt. Zur Berliner Touristikmesse ITB wurden vom 4.-8. März etwa 160.000 Besucher und 10.000 Aussteller aus aller Welt erwartet. Zur Stunde tagt der Krisenstab der Regierung ebenfalls in Berlin und berät wie in nächster Zeit mit Grossveranstaltungen umzugehen sei.
Quelle

28. Februar, 14:19 Uhr

Bands sagen Konzerte in Asien ab

Auch immer mehr Bands versuchen sich schadlos zu halten und sagen ihre Konzerte im asiatischen Raum ab. Die Frage wird also nicht nur sein, ob die Festivals im Sommer stattfinden. Bei entsprechender Epidemie/Pandemie könnten (US-)Bands schlicht keine Lust haben Europa anzusteuern.

Jüngst erklärten Green Day, New Order, Stormzy und BTS ihre Konzerte verschieben zu wollen.
Green Day sagen: Wir haben leider die schwierige Entscheidung getroffen, unsere bevorstehenden Shows in Asien zu verschieben, da wir Bedenken hinsichtlich Gesundheit und Reisen mit Coronavirus haben. Wir wissen, dass es scheiße ist, da wir uns darauf gefreut haben, Euch alle zu sehen, aber behaltet Eure Tickets, wir werden die neuen Daten sehr bald bekannt geben.
Quelle

28. Februar, 11:15 Uhr

Schweiz verbietet Veranstaltungen ab 1000 Personen bis 15. März

Die Schweiz geht noch weiter. Bundesweit untersagt die Regierung ab sofort Grossveranstaltungen ab 1000 Personen bis zunächst 15.03.
Eine Verlängerung der Sperre ist möglich. Veranstalter werden generell nicht entschädigt. Härtefälle möchte man sich anschauen.
Quelle

27. Februar, 18:46 Uhr

Norditalien setzt Events bis 01. März aus

Blick nach Norditalien: Dort wurden alle Events im Raum Mailand, Turin, Bologna, Venedig bis vorläufig 1.03. von der Regierung untersagt. Die Branche rechnet mit 10,5-20 Mio € Verlust.
Kleineren Veranstaltern könnten die Massnahme das Genick brechen.
Quelle

27. Februar, 13:48 Uhr

Gemeinsame PK der Ministerien Innen und Gesundheit

Seehofer/Spahn sinngemäss zu Grossveranstaltungen in Deutschland: Krisenstab muss berücksichtigen wie viele Besucher aus belasteten Ländern/Krisengebieten teilnehmen. Vgl: Touristikmesse vs Spiel des FC Ingolstadt. Letztlich hätten laut aktuellen Regelungen sowieso lokale Behörden zu entscheiden gemäss Infektionsschutzgesetz. Der Bund könne nur Empfehlungen aussprechen.

Ursprünglicher Text:

Keine 100 Tage sind es mehr bis zum grossen Saisonauftakt mit den Jubel-Jubiläen von Rock am Ring und Rock im Park. Aber finden diese Grossveranstaltungen überhaupt statt? Ein in China vom Tier auf den Mensch übergesprungener Virus breitet sich global aus und verunsichert Politiker, Volk, Festivalisten und Veranstalter gleichermassen. Sein Name: Sars-CoV-2, die daraus resultierende Erkrankung: Covit-19. Unser Problem: Eine Ansteckung ist ganz leicht durch simple Tröpfcheninfektion möglich und bis man selbst etwas davon spürt, können 10+ Tage ins Land gehen. Manche Menschen erleben die Infektion nur als moderate Erkältung, treten aber als Überträger auf. Andere, besonders ältere Männer mit Vorerkrankungen, trifft es härter.
Im schlimmsten Fall steht am Ende der Tod durch eine Lungenentzündung. In China sterben (Wissens)Stand jetzt 2% der infizierten Personen. Ausserhalb Chinas liegt die Letalitätsrate nur halb so hoch – damit aber immernoch 5mal höher als bei der saisonalen Grippe. Faktisch könnnte sie noch viel niedriger liegen, da mit Sicherheit nicht alle Infizierten bekannt und in Behandlung sind.
Kurzum: Man möchte sich möglichst nicht mit Sars-CoV-2 infizieren, Panik ist aber nicht angesagt.

Die Politik ist alarmiert und möchte die Ausbreitung von Sars-CoV-2 so gut es geht eindämmen. Ein Mittel der Wahl: Grosse Menschenansammlungen verhindern. Besonders dann, wenn viele Teilnehmer aus einem Risikogebiet daran teilnehmen.
Nun ist es Ende Februar und keiner weiss, was Anfang Juni als Risikogebiet zählt. Eines ist aber sicher: Mittelgrosse und grosse Festivals im deutschsprachigen Raum sind längst keine lokalen Ereignisse mehr. Sie ziehen Publikum aus ganz Europa an. Das und ihre schiere Grösse macht sie zum potentiellen Absageopfer, sollte es zu einer unkontrollierten Epedemie des Coronavirus kommen. Zumal sich die Leute vor den Bühnen auch sehr Nahe kommen.

In Deutschlands Öffentlichkeit gibt es bisher kaum Einschränkungen. Innenminister Seehofer und Gesundheitsminister Spahn erklärten gestern zwar, man habe ein neues Krisenstadium erreicht: Die Infektionskette könne erstmals nicht mehr lückenlos nachvollzogen werden. Für einschneidende Massnahmen sehen sie derzeit dennoch keinen Anlass. Man müsse eine Balance wahren zwischen der Nützlichkeit der Massnahmen und der damit verbundenen Einschränkung der persönlichen Freiheiten. Sollte man die Situation zu einem späteren Zeitpunkt anders bewerten, könnte die Politik auf Regelungen des Seuchenschutzgesetzes zurückgreifen. Diese gäben lokalen Behörden die Macht, Events zu untersagen. Der Bund könnte lediglich Empfehlungen aussprechen.
In Teilen des Kontinents sind wir schon einen Schritt weiter.

Erstmals gestern stellte ich mir die Frage: Welche Auswirkungen hat eigentlich diese startende Epedemie auf den Festivalsommer 2020? Und sofort begann mich die Realität einzuholen. In Norditalien wurden Events bis einschliesslich 01. März komplett untersagt, in der Schweiz vorsorglich alle Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern einschliesslich 15. März verboten – eine Verlängerung der Sperre behält man sich in beiden Fällen ausdrücklich vor.

Nachfolgend halte ich uns über die aktuellsten Entwicklungen auf dem Laufenden.

Für objektive Fakten und Hilfe rund um Sars-CoV-2 / Covit-19 empfehle ich Euch die Seite des Robert Koch-Instituts anzusteuern.

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