Die schwedischen Garage-Punk-Gentlemen The Hives beweisen mit ihrem neuen Video zu “Enough Is Enough”, dass man auch im fortgeschrittenen Rockstar-Alter noch weiß, wie man elegant zuschlägt – sowohl musikalisch als auch buchstäblich!
SCHWARZ-WEISSES FAUSTKINO
Das Video präsentiert Howlin’ Pelle Almqvist nicht etwa in einer Bandprügelei, sondern als einsamen Kämpfer im Ring. Während seine Bandkollegen am Ringrand anfeuern und Beifall spenden, liefert sich der Frontmann einen zunehmend dramatischen Kampf gegen einen Gegner. Die klassische Underdog-Story nimmt ihren Lauf, als Pelle zu Boden geht – nur um sich mit der verbissenen Entschlossenheit eines schwedischen Garage-Punk-Veteranen zurück in den Kampf zu katapultieren.
Dass ein Stunt-Coordinator und ein Kampf-Choreograf in den Credits auftauchen, ergibt plötzlich viel mehr Sinn. Pelles Boxkünste sind so präzise choreografiert wie seine Bühnenbewegungen – wenngleich mit deutlich folgenreicheren Konsequenzen für sein Gesicht. Die finale Eskalation wirkt wie ein visuelles Pendant zum musikalischen Crescendo, das wir von The Hives gewohnt sind: laut, chaotisch und mit einer ordentlichen Portion schwedischer Wut.
KLINGT WIE IMMER – GOTT SEI DANK!
Musikalisch liefern The Hives exakt das, was ihre Fans seit 25 Jahren lieben: Gitarrenriffs, die klingen wie ein wütendes Wiesel auf Speed, unterlegt mit einem Bass, der verzweifelt versucht, dem Chaos Struktur zu geben. Über allem thront Pelles Gesang, der zuverlässig zwischen “aufgebrachter Versicherungsvertreter” und “Terrier mit Stimmbruch” pendelt.
In einer Musiklandschaft, in der Bands verzweifelt mit KI, Autotune und weltmusikalischen Einflüssen experimentieren, ist diese stoische Beharrlichkeit fast schon revolutionär. The Hives sind der lebende Beweis, dass man auch im Jahr 2025 noch mit drei Akkorden und einer Attitüde durchkommen kann – solange die Anzüge sitzen.
HERBST-OFFENSIVE: DIE TOUR KOMMT!
Interessanterweise tauchen in den Tourplänen der Band für diesen Sommer keine europäischen Festivaldaten auf. Während andere Bands demnächst im Festivalschlamm waten und sich mit lauwarmen Backstage-Bieren begnügen, scheinen The Hives die Sommermonate zu nutzen, um ihre Anzüge zu lüften und die Boxhandschuhe zu polieren.
Erst im Herbst geht’s dann wieder auf die Bühne – vielleicht eine kluge Strategie, um den Festivalsommer-Überdruss zu umgehen. Wer braucht schon matschige Zeltplätze und Dixie-Toiletten, wenn man stattdessen in klimatisierten Hallen auftreten kann, in denen die Gefahr für die maßgeschneiderten Anzüge wesentlich geringer ist? Die einzige Festivalausnahme bildet das Fuji Rock in Japan – vermutlich, weil selbst Matsch in Japan irgendwie stilvoller wirkt.
Die Herbst/Winter-Tour bleibt aber wie bereits erwähnt vollständig bestehen – inklusive aller DACH-Termine für die deutschsprachigen Fans, die ihren Boxsport lieber in musikalischer Form und mit Krawatte genießen.
Ausgewählte Termine:
- 21. Oktober: Berlin (Columbia Halle)
- 24. Oktober: München (Zenith)
- 25. Oktober: Leipzig (Haus Auensee)
- 26. Oktober: Wien (Gasometer)
- 28. Oktober: Zürich (Xtra)
- 01. Dezember: Köln (Palladium)
- 02. Dezember: Frankfurt (Jahrhunderthalle)
- 03. Dezember: Hamburg (Sporthalle)