Das Warten auf die ersten Namen hat ein Ende: Hurricane und Southside haben am Mittwoch 17 Acts für 2027 angekündigt. An der Spitze stehen Muse, mgk und Phoebe Bridgers. Die erste Bandwelle ist für beide Festivals identisch. Vom 18. bis 20. Juni 2027 wird in Scheeßel und in Neuhausen ob Eck gespielt. Quellen: Hurricane, Southside
Schon die drei größten Namen zeigen, wie breit das Programm angelegt ist. Muse bringen den großen Rockauftritt, mgk Pop-Punk mit Rap-Vergangenheit und Phoebe Bridgers eine leisere Form von Indie-Rock. Dahinter stehen Punk, Metalcore, deutschsprachiger Rap und einige Namen, die sich schwerer einordnen lassen.
Muse, mgk und Phoebe Bridgers
Muse kommen mit einem aktuellen Album: „The Wow! Signal“ erschien im Juni und erreichte Platz eins der britischen Albumcharts. Matt Bellamy, Chris Wolstenholme und Dominic Howard verbinden seit Jahren schwere Gitarren, elektronische Elemente und große Bühnenshows. Hits wie „Supermassive Black Hole“ oder „Uprising“ dürften auch ein Publikum erreichen, das das neue Album noch nicht kennt. Quelle: Official Charts
mgk begann als Machine Gun Kelly im Hip-Hop und wandte sich mit „Tickets to My Downfall“ deutlich dem Pop-Punk zu. Das Album und sein Nachfolger „Mainstream Sellout“ erreichten jeweils Platz eins der US-Albumcharts; für Letzteres erhielt er eine Grammy-Nominierung als bestes Rockalbum. Seine Buchung dürfte Diskussionen auslösen, passt aber zur Vorliebe beider Festivals für Pop-Punk, der über die klassische Rockszene hinausreicht. Quellen: Billboard, Grammy
Phoebe Bridgers setzt einen anderen Akzent. Ihre Songs auf „Stranger in the Alps“ und „Punisher“ erzählen oft mit ruhigen Mitteln von Verlust, Beziehungen und Nähe. Zuletzt erschien „Lost Weekend“. Bridgers hat vier Grammys gewonnen, darunter Auszeichnungen mit boygenius und für ihre Zusammenarbeit mit SZA. Wie ihre Musik auf einer großen Festivalbühne wirkt, wird zu den interessanten Fragen des Wochenendes gehören.
Von Metalcore bis Berliner Rap
Auch der Rest der Welle folgt keiner einzelnen Stilrichtung. Pierce The Veil und I Prevail bedienen die härtere Seite mit Post-Hardcore und Metalcore. Dropkick Murphys bringen Celtic Punk, The Interrupters Ska-Punk und Simple Plan den Pop-Punk der Nullerjahre. Feine Sahne Fischfilet und Deine Cousine vertreten deutschsprachigen Punk und Rock.
Giant Rooks und Paula Hartmann verstärken die Indie- und Pop-Seite. Ikkimel, Mehnersmoos und Apsilon zeigen drei sehr verschiedene Arten von deutschem Rap: provokant und clubnah, bewusst derb oder persönlich und gesellschaftskritisch. Gerade Ikkimel macht auch deutlich, dass elektronische Sounds im bisherigen Programm durchaus vorkommen – selbst wenn noch kein großer Dance-Act angekündigt ist.
Wer die kleineren Namen noch nicht kennt, sollte bei Angine De Poitrine anfangen. Das Duo aus Québec arbeitet mit verschachtelten Rhythmen, geloopten Gitarren- und Bassparts und mikrotonalen Riffs. Sofia Isella verbindet dunklen Alternative-Pop mit Balladen und sehr direkten Texten. Apsilon setzt über oft düsteren Beats auf Geschichten über Identität und Ausgrenzung. Diese drei Buchungen geben der ersten Welle mehr Eigenart, als eine reine Liste etablierter Festivalbands hätte. [Quellen: Festivalprofile von Angine De Poitrine, Sofia Isella und Apsilon]
Ein Anfang, noch kein fertiges Line-up
17 Namen sind ein Auftakt. Gemessen an der üblichen Größe von Hurricane und Southside bleibt viel Platz für weitere Ankündigungen. Im Vergleich zur einen Tag früher vorgestellten ersten Welle von Rock am Ring und Rock im Park fällt die Richtung dennoch schon auf: Dort dominieren bislang Rock und Metal, hier wechseln sich große Gitarrenbands mit Indie, Pop und Rap ab. Ein großer elektronischer Live-Act und weitere deutschsprachige Namen könnten diese Mischung noch verändern.
Tickets: Am 16. September kostete das Festivalticket für das Hurricane ab 199 Euro, für das Southside ab 189 Euro. Camping wird 2027 erstmals separat verkauft; ein reguläres Campingticket kostete 69 Euro zusätzlich. Wer beide Tickets benötigt, muss diesen Betrag beim Preisvergleich mitrechnen.







