Das Headliner-Trio ist komplett: Die Toten Hosen und Bring Me The Horizon stehen 2027 neben den bereits angekündigten blink-182 an der Spitze von Rock am Ring und Rock im Park. Die Überraschung der ersten großen Line-up-Welle ist allerdings ein anderer Name: Faith No More kehren nach zwölf Jahren für Festivalauftritte nach Deutschland zurück. Mein Fanherz jubiliert.
Beide Festivals finden vom 4. bis 6. Juni 2027 statt – Rock am Ring am Nürburgring, Rock im Park auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg. Schon vor der heutigen Ankündigung waren nach Angaben der Veranstalter mehr als 100.000 Tickets für das gesamte Wochenende verkauft.
Drei Headliner, drei Rock-Generationen
Für Die Toten Hosen wird es der zehnte Auftritt bei Rock am Ring und der neunte bei Rock im Park. Seit den frühen Neunzigern gehören ihre Konzerte zur Geschichte der beiden Festivals. 2027 soll die Band „Trink aus, wir müssen gehen“ mitbringen, das als ihr letztes Studioalbum angekündigt ist. Das verleiht den Auftritten besonderes Gewicht. Einen Abschied von der Bühne hat die Band damit nicht angekündigt.
Bring Me The Horizon stehen für eine jüngere Generation großer Rockbands. Die Briten um Oli Sykes haben sich vom Metalcore aus in Richtung Elektronik, Alternative und Pop bewegt, ohne die Wucht ihrer Liveauftritte abzulegen. Ihre Position ganz oben auf dem Plakat zeigt, wie sehr sich der Sound der Festivals über die Jahre verändert hat.
blink-182 waren bereits im Juni als erster Headliner bestätigt worden. Für die Pop-Punk-Band ist es das Debüt bei Rock am Ring. Mit diesen drei Namen setzen Ring und Park auf unterschiedliche Zugänge zu Rockmusik: Punk aus Düsseldorf, Pop-Punk aus Kalifornien und modernen britischen Rock. Quelle: Veranstalter
Faith No More: die Rückkehr unterhalb der Headliner
Die vielleicht spannendste Buchung steht nicht in der obersten Zeile. Faith No More spielen 2027 erstmals seit zwölf Jahren wieder in Deutschland, laut Veranstalter festivalexklusiv bei Ring und Park. Die Band um Mike Patton hat Rock, Metal, Funk und Alternative zu einem Sound verbunden, der weit über die eigenen Hits „Epic“ und „Midlife Crisis“ hinaus wirkte.
Gerade die lange Pause macht diesen Namen besonders. Während die drei Headliner unterschiedliche Festivalpublika ansprechen, bietet Faith No More etwas Selteneres: die Gelegenheit, eine einflussreiche Band nach mehr als einem Jahrzehnt wieder auf einer deutschen Bühne zu sehen. Patton erinnert in der Ankündigung außerdem an die Freundschaft mit den Toten Hosen. Zuletzt hätten sich die Bands vor mehr als 13 Jahren in Argentinien getroffen.
Viel Metal, Punk und ein elektronischer Ausreißer
Auch unterhalb dieser vier Namen ist die erste Welle dicht besetzt. Parkway Drive, Billy Talent, Evanescence, Turnstile und Falling In Reverse gehören zu den größten weiteren Ankündigungen. The Prodigy bringen elektronische Musik in ein Programm, das sonst stark von Gitarren geprägt ist.
Dazu kommen unter anderem Motionless In White, Bullet For My Valentine, Lorna Shore, I Prevail, Nothing But Thieves, Amon Amarth, Arch Enemy, Imminence, Orbit Culture und Beartooth. Für Punkfans stehen Bad Religion, Simple Plan und Donots auf dem Plakat; Poppy, Trailerpark und Ski Aggu erweitern das Spektrum. Billy Talent arbeiten laut Veranstalter an einem neuen Album. Evanescence kehren nach einer ausverkauften Arena-Tour auf die Festivalbühnen zurück.
Die Mischung ist eine klare Ansage für Rock und Metal, aber keineswegs auf einen Stil beschränkt. Turnstile öffnen Hardcore in Richtung Indie und Alternative, The Prodigy verbinden elektronische Beats mit Festivalenergie. Deutschrap ist mit Trailerpark und Ski Aggu bislang nur am Rand vertreten. Ob weitere Namen diese Gewichte verschieben, bleibt offen: Das vollständige Line-up steht noch nicht fest. Quelle: Veranstalter
Mehr als 100.000 Weekend-Tickets verkauft
Nach Angaben der Veranstalter waren vor der ersten großen Bandwelle mehr als 60.000 Weekend-Tickets für Rock am Ring und mehr als 40.000 für Rock im Park verkauft. Schon beim Vorverkaufsstart im Juni gingen allein für den Ring mehr als 48.000 Tickets in der ersten Stunde weg.
Neu ab heute: Für Rock im Park gibt es ein limitiertes Kontingent an Tagestickets. Rock am Ring bietet weiterhin nur Tickets für das ganze Wochenende an. Die am 15. September berichtete Preisstufe liegt bei 269 Euro für das Ring-Festivalticket; Camping und Parken kosten dort zusätzlich. Für Rock im Park werden 358 Euro für das Weekend-Ticket einschließlich regulärem Camping genannt. Einen verlässlich belegten Einführungspreis der neuen Park-Tagestickets gibt die Ankündigung nicht an.







