Rock im Park 2026 ist durch. Nicht fast ausverkauft, nicht “noch Restkarten an der Tageskasse”. Durch. Seit heute sind auch die letzten Freitagstageskarten vergriffen, womit das Festival sein frühestes Ausverkauft-Datum der Geschichte eingefahren hat. Weekend-Tickets, Samstag, Sonntag: alles seit Oktober 2025 Geschichte. Jetzt ist der Kreis geschlossen. 80.000 Besucherinnen und Besucher täglich werden die Nürnberger Aussenbezirke bevölkern.
Das Schwesterformat Rock am Ring zieht mit: ebenfalls ausverkauft, ebenfalls in Rekordzeit, 90.000 pro Tag.
Zwei Ausfälle, eine Überraschung
Badflower fallen am Freitag auf der Mandora Stage aus. The Garden, eingeplant um 22:15 Uhr auf der Orbit Stage, ebenfalls. Beide Bands haben ihre Europatouren abgesagt, Rock im Park und Rock am Ring sind Kollateralschaden. Ersatz auf der Orbit Stage: Anna Grey, die den Slot zwischen Letlive. und The Subways übernimmt.
Wer jetzt scrollt und fragt “wer?”: Anna Grey ist eine Singer-Songwriterin aus dem Hamburger Umland, die sich das Gitarrespielen selbst beigebracht hat, 2019 die deutsche TV-Show “Mein Hit” gewann und seitdem konsequent nach oben gearbeitet hat. 2023 als Support bei Leony, 2024 bei Kontra K, inzwischen fast ausverkaufte Clubtouren unter eigenem Namen. Der Vibe: emotionaler Pop mit Gitarre, mental health als roter Faden, starke Social-Media-Community. Kein klassischer Rock-im-Park-Act, das stimmt. Aber der Freitagabend-Slot zwischen zwei straighten Rockbands hat schon interessantere Brüche vertragen.




Rock am Ring fährt dasselbe Programm, nur einen Tag später am Samstag. Badflower und The Garden fehlen dort ebenfalls, Anna Grey ist ebenfalls drin.
Freitag in Nürnberg: Früher rein, früher raus
Im Tagesablauf gibt es kleine Korrekturen: Der Freitag bei Rock im Park startet knapp zwei Stunden früher als ursprünglich geplant. Dafür endet er um 2 Uhr nachts statt 3:10 Uhr. Wer auf Schlaf optimiert, gewinnt. Wer auf maximale Festivalnacht optimiert hatte, verliert 70 Minuten.
Was der neue Freitagstimetable an Konflikten produziert
Die Timetable-Screenshots in diesem Artikel stammen von Festivalpilot, unserer neuen App für Festival-Planung. Wer sich auf festivalpilot.app für die kostenlose Version vormerken lässt, bekommt eine Benachrichtigung, sobald die App erscheint.
Zum Konfliktbild für Rock im Park Freitag: 35 Überschneidungen statt vorher 32. Klingt harmlos. Ist es nicht ganz, weil die Zeitverschiebungen das alte Konfliktmuster fast vollständig aufgelöst haben, darunter echte Brocken wie Electric Callboy gegen Thornhill (85 Minuten Überlapp) und Ice Nine Kills gegen Electric Callboy (55 Minuten), dafür aber im 17-bis-22-Uhr-Fenster neue Kollisionen bauen, die vorher schlicht nicht existierten.
Die schmerzhaftesten neuen Konflikte: Tom Morello gegen Anna Grey, 60 Minuten Überlapp, Utopia gegen Orbit. Marteria gegen Thornhill, 75 Minuten. Electric Callboy gegen Ice Nine Kills, 70 Minuten. Und Bad Omens gegen H-Blockx mit null Minuten Puffer. Wer Bad Omens bis zum Ende schaut, verpasst den H-Blockx-Opener garantiert.
Was geblieben ist: Bad Omens gegen Palaye Royale, 90 Minuten Überlapp, war schon vorher der Klassiker-Konflikt des Freitags. Marteria gegen Volbeat, 70 Minuten. Manche Dinge lassen sich eben nicht wegplanen.
Das Kurzfazit: Das Programm ist im Abend-Mittelfeld dichter geworden, nicht lockerer. Wer Tom Morello, Electric Callboy und Marteria alle voll mitnehmen will, muss Kilometer machen. Festivalpilot hilft beim Planen. Die Beine muss man selbst mitbringen.
Rock im Park: 5. bis 7. Juni 2026, Zeppelinfeld Nürnberg. Rock am Ring zur gleichen Zeit auf dem Nürburgring.




