Festivals, Gossip

Wacken verhängt Anreisestopp

Das Wacken hat einen Anreisestopp verhängt.
Thomas Peter

Festivalfficionado, Fotodude

Neurobiologe, Festivalliebhaber. Verdient seine Brötchen mit Webseitenkonsulting (Strategische Planung, Erstellung, Pflege) bei 70six.de.

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“Wir haben alles versucht, mehr kriegen wir nicht drauf. Wir müssen das Gelände jetzt zumachen.” sagt Festivalmacher Thomas Jensen in einem am frühen Morgen veröffentlichten Video zur Situation in Wacken.

Wie viele Besucher das Wacken aufnehmen konnte, verrät er nicht. Gestern Abend ging man davon aus, dass es rund die Hälfte der 85000 Tickethalter sind, die mittlerweile in Wacken angekommen waren.

Wie gehts nun weiter?

Die neu veröffentlichten „Arrival Stop FAQs” finden sich Hinweise, wie weiter vorgegangen wird. Wer jetzt auf dem Platz ist, darf bleiben. Das Programm soll in vollem Umfang durchgezogen werden. Ob das klappt, davon ist man auch auf Veranstalterseite unsicher. Man plane von Tag zu Tag.

Wer noch im Anreisestau steckt, wird aufgefordert, wieder nach Hause zu fahren. Das Gleiche gilt für Leute, die irgendwo stecken geblieben sind. Sei es auf einem Rastplatz, bei helfenden Fremden in der Region oder dem Hamburger Flughafen. Für diese Gruppen dürfte der Anreisestopp am schmerzhaftesten sein. Schließlich hat man Zeit und Geld in die Hand genommen, um anzureisen.
Theoretisch könnte man versuchen sich irgendwo in der Region zu verankern und täglich aufs Gelände zu den Bands zu mauscheln. Ob das aber wirklich klappt – keine Garantie.
Was laut NDR Liveblog derzeit versucht wird und teils auch erfolgreich sei: sich über Lücken im System doch noch Zugang aufs Campingareal zu verschaffen. Das ist natürlich nicht cool, aber ich kann die Leute durchaus verstehen, die nun über 24 Stunden draußen im Stau standen, jetzt weggeschickt werden und natürlich extrem gefrustet sein müssen.

Thema: Ticketrefund/-umtausch

Zum Thema Tickethandling soll es bald Informationen geben. Jensen verspricht: „Wir lassen und da was einfallen.“ Aktuell ist aber unklar, ob verhinderten Festivallisten der volle Preis zurücküberwiesen wird, sie anteilig ausgezahlt werden oder einfach eine Karte fürs nächste Jahr gutgeschrieben bekommen.
Nicht ganz vom Tisch sind auch relativ unfreundliche Bestimmungen in den AGBs des Festivals. Dort steht geschrieben: Wird das Festival im laufenden Betrieb abgebrochen oder unterbrochen, besteht kein Schadensersatzrecht. Es sei denn, dem Veranstalter ist Vorsatz oder Fahrlässigkeit vorzuwerfen.

UPDATE: “Tickets werden refundiert, das ist klar. Da wird es aus dem Ticketcenter eine Meldung geben.. für die, die nicht da waren. Wir werden uns auch was einfallen lassen, da sind wir auch dran. Es tut uns auch unendlich leid,.. aber es geht eben auch um Sicherheit und die Versorgung derer, die jetzt da sind. Alles dauert momentan doppelt so lange wie sonst. Die Kritik, dass Informationen ab und an zu langsam sind.. Wir stimmen alles mit allen Behörden und Ämtern ab. Deswegen hat es etwas länger gedauert, dafür bitte ich auch um Entschuldigung.”
Thomas Jensen gegenüber dem NDR.

Vorerst allerdings geht es weiter -zumindest für alle, die die Anreise hinter sich gebracht haben.
Das Programm soll heute starten und in vollem Umfang durchgezogen werden. Wer ausgeladen werden musste, wird von Thomas Jensen eingeladen, online mitzufeiern. Magenta Music soll so viel Musik wie möglich (und von den Managements freigegeben) ins Web streamen, damit man auch von daheim mitfeiern könne. In knapp 6 Stunden soll der Stream starten.

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