Weltweit werden 3,2 Milliarden Dollar mit Musiksponsoring umgesetzt. Dabei sei das Potential bei weitem nicht ausgeschöpft, erklärt Lars-Oliver Vogt, der mit seinem Unternehmen SponsorPeople hiesige Festivals, darunter Rock am Ring/Rock im Park und Hurricane/Southside, mit Werbepartnern zusammenbringt: „There’s a lot more money out there“.

Vogt hat erstmalig einen international vergleichenden Bericht erstellt, mittels dem er Sponsoren von einem Engagement im Musikbereich überzeugen möchte. Die Zahlen lesen sich durchaus imposant. Über 80% der als Zielgruppe ausgemachten 14-34 Jährigen geben „Musik“ als Interesse an. Auf nichts anderes können sich so viele einigen. Und wenn es um die Beliebtheit von Live-Veranstaltungen geht, stehen Festivals ganz vorne.

Längst geht es beim Sponsoring nicht mehr nur um die Präsenz vor Ort. Längst langt es nicht mehr, sein Logo auf dem Banner neben der Bühne unterzubringen. Das Publikum will angesprochen werden. Stories wollen erzählt werden: vor Ort auf dem Festival, im Live-Stream und mittels Social Media das ganze Jahr über. Marken haben so einen festen Platz im Festivalmarkt eingenommen. Veranstalter_innen reagieren darauf, richten eigene Abteilungen für die Einnahmequelle ein.

Vor einigen Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Groß war die allgemeine Skepsis: Sponsoring als ein drohender Ausverkauf des Rock’n’Roll? Vogt zitiert Perry Farrell, den Lollapalooza-Gründer, der sich lange gegen Sponsoring gewehrt hatte bis er zur Einsicht gelangte, dass sich ein Festival vom Format „Lollapalooza“ angesichts der Konkurrenz schlicht nicht machen ließe. Deshalb wundert sich heute auch niemand mehr über ein Fashionpalooza presented by Zalando auf der diesjährigen Lollapalooza Premiere in Berlin.

„Die Fans haben überhaupt kein Problem mit Sponsoren“, ist sich Vogt sicher. Das liege vor allem daran, dass die vor Ort präsenten Unternehmen den Besucher_innen einen echten Mehrwert gäben.

Beispiel Lidl: Die Supermarktkette versorgte letztes Jahr erstmalig das Hurricane mit einem Sortiment weit jenseits dessen, was man auf einem Festival sonst erwarten würde. Und dass sich gespartes Schleppen von Getränken oder ein Ersatz für die in den Schlamm gefallene Zahnbürste positiv auf die eigene Wahrnehmung der Marke auswirken dürfte, liegt nahe. 

Und so nehmen Sponsoren auf vielen Musikveranstaltungen immer mehr Raum. Das ist zu einem guten Stück auch alternativlos. Vogt zitiert Marek Lieberberg, Macher der Großfestivals Rock am Ring/Rock im Park: „If it wasn’t for the sponsors and the concessions, we wouldn’t make any profit“. Und so werden die großen Bands auch in den kommenden Jahren auf den Automobilhersteller-Softdrink-Stages stehen.