Freude, Spass und Musik. Das wünschen wir uns bei Festivals. Doch leider ist nicht immer alles eitel Sonnenschein. Mal ist es das Wetter, über das wir sprechen müssen. Dem ist der Mensch ausgeliefert. Er selbst aber macht es seines gleichen manchmal auch nicht einfach. Die Rede ist konkret von ungewollten, sexuellen Übergriffen auf Mädchen und Frauen. In Deutschland sind nur sehr wenige Fälle bei Festivals bekannt. Einiges dürfte aber unter dem Radar und der Schamgrenze laufen. Schweden erlebte in Bezug auf sexuelle Gewalt ein extremes Wochenende. Bei Bravalla und Putte i Parken wurden insgesamt 5 Vergewaltigungen und 47 Übergriffe registriert.

Rock im Park: 2 Übergriffe in 2016

Im Vergleich: Etwa 70.000 Tagesbesucher tummelten sich vergangenen Juni bei Rock im Park. Bis zum Sonntag Mittag kam es dort zu 2 Sexualdelikten.
Zum einen war einer Frau an der Hauptbühne über der Kleidung der BH geöffnet worden. Anschliessend begrabschte der junge Bayer von hinten die freigelegten Brüste.
Der zweite Fall war bis zur Pressekonferenz noch nicht gänzlich aufgeklärt. Eine 21jährige war mit Schmerzen im Unterleib aufgefunden worden. Trotz eines niedrigen Alkoholpegels hatte sie einen Filmriss erlitten. Ob K.O.-Tropfen dafür verantwortlich waren, konnte zu diesem Zeitpunkt genausowenig ausgeschlossen werden, wie eine Vergewaltigung.

Allein 5 mutmassliche Vergewaltigungen beim Bravalla

Mit 50.000 Besuchern ist das Bravalla eines der grössten schwedischen Festivals. Hinter dem 2013 gestarteten Erfolgs-Open Air steht der Hamburger Veranstalter FKP Scorpio.
Allein am Bravalla kam es zu 5 Vergewaltigungen und 12 ungewünschten, sexuellen Übergriffen. Und das sind nur die registrierten Fälle! Die Dunkelziffer dürfte höher liegen.
Von den 7 festgenommenen Männern, haben 2 einen Flüchtlingshintergrund. Zeigt wieder einmal: Es geht nicht um Aus- oder Inländer. Arschlöcher gibt es in jedem Kulturkreis.

In den dichten Crowds vor den Bühnen seien Duzende Frauen unsittlich an Hintern, Busen oder Vagina angetatscht und angetanzt worden. Die Beschreibungen von Augenzeugen und Leidtragenden erinnern fatal an die Situation am Kölner Haupbahnhof vergangenen Dezember.
Das Alter der erfassten Opfer lag zwischen 12 und 20 Jahren. Zwölf!

Laut Betroffenen zeigten die Securities kein besonderes Feingefühl für die Situation.
Auf Hilfe hoffend hatte sich eine Frau an die Security gewandt, erzählt ihre Freundin der BBC. Statt ihr zu helfen fragte er sie, ob sie denn betrunken sei.

Es sei noch einmal klar unterstrichen: Niemand hat etwas gegen einvernehmliche Aktivitäten unter Erwachsenen. Aber wenn eine Seite „Nein“ sagt oder ein „Nein“ zu verstehen gibt, muss das die andere akzeptieren. Auch gilt es die einfachsten Regeln des Anstands gegenüber einander zu wahren – auch in der oftmals feuchtfröhlichen Atmosphäre bei Open Airs. Anders als einige glauben, sind Festivals nicht der Wilde Westen, alkoholisierte Frauen per se kein williges Freiwild.

Mumford And Sons boykottieren Bravalla

Die breite Öffentlichkeit dürfte erst durch Mumford And Sons auf die erschütternden Zahlen aufmerksam geworden sein. Die Band, am Bravalla 2016 selbst als Headliner aktiv gewesen, will das Festival so lange boykottieren bis wirksame Gegenmassnahmen eingeleitet worden sind.

We’re appalled to hear what happened at the Bravalla Festival last weekend. Festivals are a celebration of music and people, a place to let go and feel safe doing so. We’re gutted by these hideous reports.

We won’t play at this festival again until we’ve had assurances from the police and organisers that they’re doing something to combat what appears to be a disgustingly high rate of reported sexual violence.

M, W, B & T

 

 

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