Festivals, Reviews

So war’s: Glastonbury Festival 2013

Sven Morgenstern

Festivalfficionado, Fotodude

Neurobiologe, Festivalliebhaber. Verdient seine Brötchen mit Webseitenkonsulting (Strategische Planung, Erstellung, Pflege) bei 70six.de.

Geduld ist eine Tugend

Foto: Lisa Reber

Ist man die Veröffentlichungspolitik hierzulande gewohnt, so ist das Bestätigungsverfahren beim Glastonbury eine einzige nervenaufreibende Tortur. Irgendwo auch verständlich. Denn wer einen solchen Besucheransturm zu verzeichnen hat, steht nicht unter dem geringsten Druck, den Vorverkauf mit Neubestätigungen ankurbeln zu müssen. Monatelanges Rätselraten war die Folge, viele Namen schwirrten durch die Gazetten und Internetforen. Allen voran: Die Rock-Urgesteine The Rolling Stones. Von Beinahe-Bestätigung über klare Dementis bis hin zu vermeintlichen Insider-Informationen war im Vorfeld des Festivals so ziemlich jede Aussage zu lesen, die man sich vorstellen kann. Daneben gab es etliche weitere Gerüchte – von Noel Gallagher über Fleetwood Mac bishin zu Portishead wurde so ziemlich jeder Name gehandelt, der auch nur einigermaßen realistisch erschien. Und dennoch dauerte es bis zum 27. März diesen Jahres bis das Warten endlich ein Ende hatte.

Was uns die Organisatoren um Michael Eavis an diesem Tag servierten, hatte wirklich Hand und Fuß. Mit Mumford & Sons und den Arctic Monkeys in der Kopfzeile, mit den Smashing Pumpkins einen ehemaligen Ring-Headliner, mit Nas einen Rapper, der eines der bedeutendsten Rap-Alben überhaupt herausgebracht und mit Phoenix, einen Coachella-Headliner, den man mal eben auf eine Zeltbühne verfrachtet hat. Und dann war da noch dieses britische Quartett, das in diesem Jahr goldenes Bühnenjubiläum feiert. Auch die Rolling Stones, die vielleicht größte Rockband, die dieser Planet je gesehen hat, sollten der Mutter aller Festivals einen Besuch abstatten.

Planung ist die halbe Miete

Foto: Lisa Reber

Wie sollte man aber dort hinkommen in die südwestenglische Provinz? Zwei Optionen standen uns zur Verfügung: Entweder wir fliegen bis nach London und buchen ab dort einen der sogenannten Coaches, die uns direkt zum Festival befördern. Oder wir nehmen die Strapazen der Autofahrt auf uns. Da für uns vorher noch das Hurricane Festival anstand, entschieden wir uns schließlich für die Anreise mit dem eigenen fahrbaren Untersatz. Ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte. Denn aufgrund diverser Verzögerungen und mangelnder Ortskenntnis landeten wir schließlich im Purple Car Park East 3, der so weit vom Kerngelände entfernt ist, dass er nicht mal auf dem offiziellen Plan verzeichnet ist. Da wir auch erst am frühen Abend am Gelände waren, blieb uns lediglich ein Zeltplatz im Pylon Ground über. Dieser ist zwar fast optimal bezüglich der Wege zu den Bühnen. Allerdings hatte das zur Folge, dass wir unser ganzes Geraffel einmal quer durch das Gelände schleppen durften. Nach zwei oder drei Bieren war der Mittwoch dann auch schon fast gelaufen.

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